Tibet


Lhasa

21.08.99

Ich werde von Wayfarers zum Flughafen gebracht. Da treffen wir den Rest der Gruppe. Insgesamt 17 Leute aus aller Herren Länder - auch 4 andere Deutsche sind dabei. Die Tour dauert 8 Tage. Flug hin und mit dem Bus zurück. Kostet 613 USD inkl. Flug und allem außer Essen. Nicht gerade billig. Perfekt staatlich organisierter Touristen Rip-Off. Denn man hat ja keine Möglichkeit es selbst zu organisieren.

Im Flugzeug läuft auch alles nach Plan, bis die Meldung kommt, daß in Lhasa schlechtes Wetter ist, und wir nach Chengdu fliegen. Dort dann die Immigration. Welch ein Aufwand. Alles sehr kompliziert mit den Gruppen Visa. Die Leute auf dem Visa müssen auch als Gruppe und zwar in der richtigen Reihenfolge durchmarschieren. Einige aus unserer Gruppe haben aber auch Individual Visa. Damit könnte man theoretisch weiter nach China fahren. Geht also doch. Man darf halt in der chinesischen Botschaft nur nicht das Wort Tibet erwähnen. Normalerweise muß man dann wohl noch eine extra Gebühr bei Ankunft in Tibet zahlen. Aber durch die Zwischenlandung in Chengdu haben die Leute Glück gehabt und kommen so durch. Jetzt sind wir nämlich schon in China.

Kaum sind wir alle durch, können wir auch schon in das nächste Flugzeug steigen - nach Lhasa. Es ist inzwischen schon 17h Ortszeit. Während beider Flüge wird 2x eine kreativ geschnittene Version von "The Matrix" gezeigt. Nach dem Motto. Wie packe ich 2 Stunden Film in 30 Minuten und mache es außerdem noch kompatibel mit der Chinesischen Staatsdoktrin. Alle Szenen, wo es ein wenig um freies Denken geht, sind rausgeschnitten. Übrig bleibt eine rasche Abfolge aller Action Sequenzen.

In dem Moment, in dem ich in KTM, das Flugzeug bestiegen habe, kommen mir aber ganz andere Gedanken. Ich habe plötzlich das Gefühl nach Tibet nicht nach Hause fliegen zu wollen. Vielleicht kann ich noch ein wenig China dranhängen, Hongkong, Beijing, Guilin und vielleicht Transsib. Naja, all das schwirrt mir so im Kopf rum...
Der Landeanflug auf Lhasa Airport entschädigt für einiges. Bombastische Landschaft, schneebedeckte Berge, Täler, Seen und ein massiv über die Ufer getretener Fluß.

Als das Flugzeug immer tiefer geht, sieht es so aus, als würde es im Wasser landen. Aber just in time kommt dann doch die Landebahn in Sicht. Am Airport geht dann alles zügig. Anscheinend haben wir die Strapazen schon in Chengdu überstanden. Vom Flughafen in die Stadt sind es etwa 2 Stunden und es ist schon 22h, als wir schließlich ins Hotel kommen. Ich bin in einem 3-Bett Zimmer mit einem älteren Deutschen (Erhard) und einem Kanadier (Pascale).


Potala vom Dach des Jokhang Tempels

 

22.08.99

Vor dem Frühstück bleibt noch etwas Zeit das erwachende Lhasa zu erkunden. Es sieht alles sehr chinesisch aus. Tibetische Einflüsse gehen unter in typisch chinesischer Großstadt, was nicht gerade als attraktiv bezeichnet werden kann. Breite Straßen. Neue Häuser mit den schönen blauen Fenstern...

Wie es aussieht sind heute - am Sonntag - die Banken zu, oder wechseln zumindest kein Geld.
Um 10h geht es los zum Potala Palace. Die Führung ist aber etwas langweilig. Es geht von Statue zu Statue, von Gott zu Lama zu Schutzpatron und immer so weiter. Aber von außen ist der Potala schon bombastisch. Ziemlich riesig.

Am nachmittag geht's zum Norbulinka - dem Sommersitz des Dalai Lama. Unser Guide ist irgendwie ziemlich historien- und statuenversessen. Aber sein Wissen ist schon immens. Aber so genau will ich das ja eigentlich gar nicht wissen. Tempel und Paläste von innen haben mich noch nie so sehr gefesselt.

Deswegen nehm ich auch irgendwann Reißaus und rette mich ins Freie. Das finde ich wesentlich interessanter. Die Gartenanlagen sind ganz nett und vor allem lebhaft. Und die Menschen sind alle sehr freundlich. Als ich zurückkomme, ist der Bus schon weg...klasse! Naja lauf ich halt. Ist zwar ne ganze Ecke, aber so sieht man wenigstens was. Orientieren fällt ja nicht so schwer. Den Potala sieht man immer und dann weiß ich auch wo ich hin muß. Auch ohne Karte.....

Am Abend lauf ich noch mal durchs muslimische Viertel in Richtung Jokhang. Das ist schon eher tibetisch. Schmale Gassen. Alte Häuser. Die Sachen auf den Märkten sehen alle sehr lecker aus. Und auch in einer Vielfalt, die ich in Indien oder Nepal nicht gesehen habe. Das Obst ist auch köstlich... Dinner esse ich im Barkhor Café, was auch sehr gut ist.


Puppenspiel am Norbulinka
 

23.08.99

Morgens geht's zur Drepung Monastery. Aber erstmal ist Geld wechseln angesagt. Endlich nicht mehr völlig hilflos. Gestern hatte unser Guide uns etwas geliehen. Drepung ist sehr interessant. Vor allem nachdem ich meiner Group entkommen bin und das Gelände selbst erkundet habe. Unser Guide fing nämlich schon wieder an, jede Statue mit Geschichten zu versehen. Das hat mich dann doch nicht so gereizt. Das wirkliche Leben ist da schon interessanter.

Am beeindruckendsten ist die große Halle mit unzähligen Mönchen im Gebet. In unbeobachtetem Moment habe ich auch mal ein Foto gemacht. Ich hoffe es wird was. Außerdem war auch die Küche sehr interessant, da die Mönche da gerade frische Momos gemacht haben. Danach habe ich noch den Rundgang um das Kloster (Kora) gemacht. Man besteigt einen kleinen Hügel und hat eine gute Aussicht auf die gesamte Klosteranlage. Dort treffe ich auch Pascale wieder, der sich auch abgesetzt hat...


Junger Mönch in Drepung

Alternative Wasserkoch Methode - Drepung

Gebethalle - Drepung

Yak, Mönch und Polizei in trauter Dreisamkeit

Nach dem Lunch noch mal Freizeit und auf das Dach des Jokhang Tempels gegangen. Klasse Aussicht auf den Potala von da. Am nachmittag sollte es eigentlich zum Sera Kloster gehen. Aber es heißt die Mönche debattieren heute nicht, da sie Examen haben....die Ärmsten.

Also zurück in die Stadt, wo wir ein Nonnenkloster (Ani Sangkhung Nunnery) besuchen. Die Nonnen sind wahnsinnig nett. Wir können bei deren Arbeit zusehen. Und eine Italienerin wird in Original Nonnenkostüm verkleidet. Es ist das einzige Kloster in Lhasa, das nicht vom Staat geleitet wird. Daher sind sie etwas freier. Aber auch völlig auf sich gestellt. Sie zeigen sogar ein Foto des aktuellen Dalai Lama, was ja normalerweise überall streng verboten ist.

  
 
Nonnen bei der Arbeit

Zum Dinner geh ich ins Tashi's, wo es ausgezeichnete Momos und einen göttlichen Cheese Cake gibt. Und die Atmosphäre ist auch klasse, mit superfreundlicher Bedienung.
Überhaupt sind die Leute alle wahnsinnig nett und man kann durch die Straßen gehen und wird in keinster Weise belästigt. Alles sehr angenehm. Spricht alles dafür noch ein wenig durch China zu reisen...


Zeremonie im Innenhof

Gebet vor dem Jokhang

Barkhor Square

Fahrt nach Gyantse

24.08.99

Zum Frühstück eine gute Nachricht. Wir fahren nicht mit dem Bus sondern in Landcruisern. Das bedeutet, daß wir doch über Yamdrok Tso Lake nach Gyantse fahren, da die "Straße" mit dem Bus ziemlich schwierig wäre.
Zunächst geht es denselben Weg zurück Richtung Airport.

Aber das Abenteuer in unserem Jeep beginnt schon in der ersten Kurve in Lhasa, da unser Fahrer beim Abbiegen ein Taxi rammt. Es war zum Glück alles sehr langsam, aber der Schaden ist dennoch zu sehen. Das hat in mir ja schonmal böse Erwartungen geweckt. Aber der Rest der Reise ging gut. Vermutlich da wir einen weißen glückbringenden Schal um den Außenspiegel gewickelt haben.

Der erste Höhepunkt ist der Kamba La Pass (4794m). Am Gipfel fährt man um eine Kurve und dann liegt da im Tal der türkisblaue Yamdrok Tso See - einfach malerisch.

Dann geht es eine Weile am Ufer entlang nach Nagartse und auf den Karo La Pass (5010m). Das Panorama ist phantastisch - mit schneebedeckten Gipfeln, grünen Tälern und dazu noch einen imposanten Gletscher. An jedem Paß warten Tibeter mit ihren geschmückten Yaks, damit sich die Touris darauf fotografieren lassen können. Naja ich habs auch mal gemacht für 5Y.

 

Am Karo La Pass

Am Ende der Fahrt noch ein anderes Erlebnis. Ein Bus ist in einer der vielen Landslides hängengeblieben. Es bildet sich eine schöne Schlange. Aber ich finde es überhaupt erstaunlich, daß Busse auf dieser Straße durchkommen.
Nach 21h kommen wir schließlich in Gyantse an. Wir übernachten im Gyantse Hotel, was verdammt luxuriös ist.


Erste größere Panne

Yak Herden

 

Gyantse

25.08.99

Am morgen ist Sightseeing in Gyantse. Nach dem Frühstück splitte ich mich mit Pascale und einer Amerikanerin (Marie) ab, da wir zum Fort hoch wollen. Von dort hat man eine ausgezeichnete Aussicht auf Gyantse mit dem Kumbum Chorten. Das Bild ist auch im LP (also wieder "Nachstell-Fieber"). Und der Aufstieg lohnt sich wirklich. Das beste in Gyantse. Und der Rest der Gruppe bekommt es nicht zu sehen. Die Tour geht nur aufs Kloster Gelände. Das ist zwar auch ganz hübsch, aber aus der Nähe sieht es bei weitem nicht so toll aus, obwohl die Aussicht vom Kumbum auch klasse ist.


Gyantse Castle

Aussicht vom Castle

Gyantse Kumbum

Eine von vielen Statuen

 

Shigatse

Gegen 11.30 geht's auf die 90 km Richtung Shigatse. Die Fahrt ist wenig spektakulär. Es geht die ganze Zeit durchs Tal auf endlos geraden Straßen. Das einzige was passiert ist, daß einmal ein Polizeiwagen im Sumpf steckengeblieben ist und an anderer Stelle ist unserem Jeep bei Überquerung eines Flusses der Motor abgestorben.


Da ging dann erstmal nichts mehr....

Nach 2 ½ Stunden kommen wir in Shigatse an. Unser Guide erzählt uns dann, daß wir nur in ganz wenigen Restaurants essen dürfen (inkl. unserem Hotel) - angeblich wegen Lebensmittelvergiftung - aber vermutlich nur ein weiterer Versuch Touristen abzuzocken. Zum Lunch war ich dann auch im Hotel. Aber war ganz gut...

Am nachmittag haben wir die Tashilumpo Monastery (der Sitz des Panchen Lama) besichtigt. In einigen Chapels sind recht nette Statuen - angeblich auch die größte der Welt. Aber ansonsten sieht es von außen viel besser aus als von innen. Angeblich sollen hier im Kloster auch viele Mönch-Spitzel sein. Aber über politische Dinge darf unser Guide nicht mit uns reden. Er wirft nur ab und zu mal zaghafte ironische Kritik ein...

Nach der Tour durch die Hallen, verabschiedet sich unsere 3er Ausreißer Gruppe wieder. Denn wir wollen die Kora um das Kloster herumlaufen. Man hat eine gute Sicht auf das Kloster hinunter. Die Runde wird von vielen Tibetern gelaufen und auch von vielen Hunden bewacht. Wir stecken uns vorsichtshalber ein paar Steine in die Taschen.


Tashilumpo Monastery

Auf der Kora

Die anderen beiden klettern noch höher den Berg hoch. Aber da ist mir heute nicht so nach. Ich bleib auf dem Hauptpfad in Richtung Fort. Ich geh aber auch nur zum Fuß des Forts. Aber auch von da ist der View schon phantastisch. Kaum setze ich mich hin, bin ich von 1000 Kindern umgeben. Alle wollen meine Hand schütteln und mich mit einer Art Brennessel ärgern....aber es ist ganz lustig. Einem schenke ich noch den Kuli, den ich gestern im Gyantse Hotel geklaut habe. Er ist glückselig und die anderen wollen jetzt natürlich auch einen.

Heute nehm ich wieder den Kuli aus dem Hotel mit. Kann ich morgen wieder jemandem ne Freude mit machen.
Am Abend waren wir im Tashi's. Die leben aber auch nur von ihrem Namen. Denn das Essen war mies und der Service miserabel. Pascale hatte in seinem Sweet and Sour Pork wirklich nur Knochen und Fett - aber kein Stück Fleisch...

Von Shigatse nach Nyalam

26.08.99

"The road is very bad". Das waren so ziemlich die ersten Worte unseres Guides heute morgen. Und damit hatte er auch recht. Es hat die ganze Nacht geregnet und dementsprechend ist die ganze Straße ein einziges Matschloch. Ich hatte mir ja unter dem Friendship "Highway" schon mehr vorgestellt. Zumindest einne asphaltierte Straße.
Liegengebliebene LKWs zeichnen den Weg. Auch einige Land Cruiser kehren um und sagen, daß es unmöglich ist. Naja aber unsere Fahrer finden einen Weg, auch wenn es Stunden dauert.

Nach 6h kommen wir in Lhatse an, wo wir uns mal wieder mit einer größeren Gruppe von unserem Guide absplitten, um da zu essen wo WIR wollen und nicht da wo ER Provision bekommt. Es gibt entlang der Straße viele kleine Restaurants, sogar mit englischen Namen und Karten. Wir waren im "Longchang". In so kleinen Restaurants geben sie sich wenigstens noch richtig Mühe und es war echt gut.

Ansonsten hat mich jetzt auch noch die Grippe erwischt und es geht mir ziemlich schlecht. Hals, Nase, Fieber, Weakness etc. Und da ist so eine Tour auf holpriger Piste den ganzen Tag natürlich genau das richtige.

 
So sah es heute auf der Strasse aus

Auf der Strecke passieren wir auch einige Pässe aber die Sicht ist gleich Null. Am spektakulärsten ist noch das Tal hinter Lhatse. Mit dunklen Felsformationen, die aus einem Dracula Film in Transsylvanien stammen könnten.
Gegen 19.30h - nach 11 Stunden - kommen wir nach Shegar. Eigentlich dachte ich, wir übernachten da. Aber unser Guide sagt, daß wir noch 60km weiter nach Old Tingri fahren. Klasse! Noch zwei Stunden. Und dazu ist auf der Strecke noch ein Checkpoint, der auch seine Zeit dauert.

Schließlich kommen wir um halb 10 - nach 13 (!) Stunden - im Everest View Hotel an. Das macht wirklich keinen Spaß mehr, solange im Auto sitzen. Es ist eine Quälerei und es geht mir immer schlechter. Dazu ist das Hotel auch noch ein ziemliches Loch und wir schlafen mit 5 Leuten in einem Zimmer.

Dafür gibt's dann am Abend noch gemütliche Atmosphäre um den Ofen im Haus.

27.08.99

Es hat immerhin nicht geregnet heute nacht. Und am Morgen bietet sich eine schöne Wolkenlandschaft mit den gelb-goldenen Hügeln im Hintergrund - malerisch.... Aber Everest sieht man trotzdem nicht. Denn das ist die einzige Richtung in der noch richtig dicke Wolken hängen. Aber hoffentlich klärt sich das noch auf.

Hat es, ein bißchen. Als wir auf dem Lalung La Pass (5050m) stehen, sind einige schneebedeckte Berge zu sehen. Die Gipfel hängen aber meistens in den Wolken. Von Everest ist leider gar nichts zu sehen. Er versteckt sich mal wieder hinter einer Wolkenwand. Tja dann hab ich ihn wohl mal wieder nicht gesehen. Ein Grund wiederzukommen....

Die Landschaft ist heute ziemlich spektakulär. Karge Hügel mit schneebedeckten Hügeln im Hintergrund. Dazu einige ur-tibetische Dörfer und Leute, die auf Pferden durch die Gegend reiten und auch noch tibetisch aussehen - sprich: keine Jeans und Chicago Bulls Kappe.

 

Das passiert, wenn man anfängt Kekse rauszuholen
 

Nach dem Pass geht es kontinuierlich bergrunter. Wir stoppen an Milarepa's Cave. Dazu gibt's auch eine Geschichte, aber da es mir weiterhin ziemlich mies ging, hat mich das herzlich wenig interessiert. Auf alle Fälle habe ich es bereut, daß ich für dieses Loch im Fels extra in Tal runter und wieder rauf gekrochen bin.

Die bettelnden Kinder sind hier wieder unerbittlich. Ich gebe aus Prinzip nichts. Man tut den Kindern keinen Gefallen damit, wenn sie sich von den Gaben der Touristen abhängig machen. Aber einige aus der Gruppe meinen natürlich, den grossen Gönner spielen zu müssen und verteilen paketeweise Kekse.

Von der Höhle ist es nicht mehr weit bis nach Nyalam, wo wir heute übernachten. Ein verdammt häßlicher Ort, wo es eigentlich nichts zu tun gibt. Ist mir sowieso egal, denn ich werf ein paar Pillen ein und geh ins Bett. Am Abend geht's mir dann auch schon wieder etwas besser. Ich treffe Marie und Pascale in einem Restaurant und wir haben eine Menge Spaß, während wir über die anderen Leute aus unserer Gruppe ablästern.

Von Nyalam nach Kathmandu

28.08.99

Am morgen geht's mir dann auch schon wieder recht gut. Nur meine Nase läuft immer noch wie ein Wasserhahn...
Wir fahren früh los. Von Nyalam nach Zhangmu. Es ist zwar nicht sehr weit. Dauert aber trotzdem lange, da die Straße schlecht ist. Dabei geht es immer zick zack entlang einer spektakulären Schlucht bergrunter.

Die Überquerung des chinesischen Checkpoints geht recht fix. Und wieder läuft alles über das Gruppen Visum. Ich war in Tibet. Aber ich habe NICHT EINEN Stempel in meinen Pass bekommen... Danach werden wir auf einem Truck auf der Ladefläche 8km durchs Niemandsland gefahren. Nach Überquerung der Friendship Bridge, kommt man zur Nepalesischen Immigration. Und obwohl ich maximal eine Woche bleibe, muß ich nochmal 50 USD für ein Re-entry Visa bezahlen.


Friendship Bridge

Danach geht's in ca. 5h nach KTM, inklusive einem Truck, der die Kurve nicht bekommen hat und in den Berg gefahren ist. Somit ist die Strecke erstmal für geraume Zeit blockiert. Gut Ding will bekanntlich Weile haben in Nepal.

Zurück in KTM erfahre ich, daß ich am 01.09 nach Hause fliege. Und ich bin auch froh wieder nach Hause zu fahren. Nichts mehr mit China...

Seit ein paar Tagen lese ich "Into Thin Air" von Jon Krakauer über das Everest Desaster 1996. Faszinierend - da will ich auch rauf. Nunja das wird wohl ein Traum bleiben. Aber ich werde bestimmt noch mal nach Nepal kommen und dann mach ich den Everest Base Camp Trek...

 

 

Kathmandu

  

29.08.99

Jetzt habe ich noch 3 Tage in KTM zum relaxen. Ich habe auch nicht mehr viel Energie, noch was zu unternehmen. Also verbringe ich die Zeit - nach einem wie immer exquisiten Breakfast im "Hot Breads" - mit Lesen, Internet Surfen, Film entwickeln und Bilder beschriften.

30.08.99

Meine Wäsche ist fertig. Endlich mal wieder was sauberes zum Anziehen, was nicht stinkt. Vormittags laufe ich ein wenig durch die Straßen Richtung Durbar Sq und Freak Street und wieder zurück. Aber ich habe auch keine Lust mehr noch was zu machen. Die Sehenswürdigkeiten hab ich auch schon alle gesehen.
Und so sitze ich um 1h wieder in einem Restaurant und gucke TV. Diesmal gibt's "Seven Years in Tibet". Hab ich zwar schonmal gesehen. Aber wenn man gerade da war, ist es doppelt so toll...

Gegen 5h geh ich ins Casino Anna im Hotel de l'Annapurne. Nobelhotel. Gespielt wird in USD oder Indian Rupees. Nepalis ist der Zutritt verboten. Dafür wimmelt es an Indern - sehr, sehr reichen Indern....Es ist ganz interessant. Ich bekomme sogar ein Gratis Bier. Und am erfreulichsten: Die 50 USD, mit denen ich angefangen habe, haben sich auf 75 USD vermehrt. 50 DM Gewinn in 2 Stunden - nicht schlecht.

 

 

31.08.99

Ich kann dem Drang, wieder ins Casino zu gehen, heute widerstehen. Es geht mir nämlich mal wieder ziemlich schlecht. Und so bleibe ich fast den ganzen Tag im Bett. Kauf noch ein paar Souvenirs, das wars.
Als Resultat meines miesen Zustands will ich auch nur noch nach Hause.

01.09.99

Letzter Tag: Ich bin die zweite Person am Flughafen noch mitten in der Nacht um 6h. Die Türen sind sogar noch zu. Aber ich habe gelesen, man soll früh da sein, da die Flüge oft überbucht sind. Also bin ich der erste am Schalter. Klappt auch alles problemlos. Geld kann ich auch noch zurücktauschen.

Flug ist mit Royal Nepal Airlines. Auch nicht so der Bringer. Kein Film. Keine Drinks. Aber das Essen ist ganz OK.
Zwischenstop in Dubai. Puh, ist das heiß. Kurz noch im größten Duty Free Shop der Welt vorbeigeguckt. Aber nicht so umwerfend...

Nun ist sie also vorbei, meine große Reise. Der Annapurna Trek und Tibet waren sicher die Höhepunkte. Indien ist auch nicht mehr so schlimm, wenn man es etwas aus der Distanz betrachtet. Auf alle Fälle war es eine große Erfahrung. Vielleicht war ich ja auch einfach nicht lange genug da.....