Nepal: Annapurna Circuit

Teil 2


31.07.99 (Day 1)

Früh aufstehen in Kathmandu. Um 6.30 heißt es einchecken im Bus. Ben kommt doch tatsächlich mit der Rickscha. Er meint, er läuft in den nächsten Tagen ja noch genug.... Um 7h geht's dann los. Um 9h der erste Stop: Lunch. Nun ja etwas früh dafür... aber uns bekommt das Frühstück auch gut....

Um 11h ist der Bus bereits in Dumre, wo wir umsteigen müssen. Wir bekommen auch gleich einen Bus nach Besisahar. Für stolze 150 NRP fahren wir in der "höchsten" Klasse - auf dem Dach. Aber das ist eigentlich ganz gut. Man hat wenigstens frische Luft und seinen Rucksack unter Kontrolle. Man muß nur aufpassen bei tief hängenden Stromkabeln und Bäumen. Aber nachdem es uns nach der ersten Kurve schon beinahe erwischt hat, sind wir den Rest der Strecke wachsamer....

Am Anfang sitze ich ziemlich unbequem, so daß ich schon denke, es werden die schlimmsten Stunden meines Lebens. Aber nach dem ersten Stop wird's besser. Und die Aussicht ist schon ziemlich gut. Grüne Berge und Täler mit Reisterrassen...sehr schön...

Für das letzte Stück müssen wir dann in den Bus, da die Polizeikontrollen das scheinbar nicht so gut finden. Um kurz vor 14h stoppt der Bus dann in Besisahar nach 3h Fahrt.
Der Ort ist ziemlich unattraktiv und überraschend groß. Er zieht sich ziemlich in die Länge. Und das erste große Hindernis besteht am Ortsausgang aus einem tiefen Bach. Ich zieh die Schuhe aus und laufe durch. Ben läßt sich von einem Local eine Brücke aus Brettern bauen... gegen Bezahlung versteht sich...

Nach einiger Zeit nehmen wir einen Snack/Drink an einem Stand. Den Ort Sera verpassen wir irgendwie. Die Karte scheint nicht so genau zu sein. Auf einmal sind wir jedenfalls schon in Khudi nach 2 ½ Stunden. Es gibt von nun an sogar Schilder in Richtung Manang. Hier wird die erste "Indiana Jones"-mäßige Brücke überquert. So richtig klassisch mit Bambusrohren... und alles wackelt schön...
In Khudi gibt es schon einige Lodges. Aber wir wollen noch weiter. Wir kommen zu unserem zweiten "Problem-Fluß". Diesmal zieht sich Ben die Schuhe aus. Angesichts des nahen Ziels geh ich einfach so durch. Naja war tiefer als ich dachte... den Rest der Strecke geh ich dann mit Wasserfederung...

Nach weiteren 45min kommen wir nach Bhuibhule, das auf beiden Seiten des Flusses liegt. Man überquert wieder eine Brücke. Länger und schön schwingend... aber aus Stahl.
In Bhuibhule gibt es eine Menge Guesthouses. Wir gehen direkt gen Himmel zum "Heaven's GH". Es kostet nur unglaubliche 10 NRP. Ist alles sehr sauber. Doppelzimmer. Recht neu. Das Essen dauert dafür ewig. Dabei gibt es hier Elektrizität und alles (inkl. Fernseher, vor dem sich das halbe Dorf versammelt). Sogar kühles Bier gibt's. Wir haben uns auch bemüht, es einfach zu halten und haben beide dasselbe bestellt. Dafür war das Essen dann aber auch klasse.

In dem Guesthouse treffen wir eine schon ältere Holländerin, die mit Guide und Porter unterwegs ist. Sie ist allerdings schon wieder auf dem Weg zurück. Sie hat nach 3 Tagen schon gemerkt, daß sie es nicht schafft... na, wir sind gewarnt.

       
Erste "Indiana Jones" Brücke in Khudi

01.08.99 (Day 2)

Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn man zum ersten Mal die Mountains sieht. Und zwar die richtigen. Nicht die grünen Hügel, sondern die schneebedeckten Riesen - einzigartig. Nach einem Frühstück, das zwar gut aber nicht ausreichend war, machen wir uns um 8.30 auf den Weg.

Am Ortsausgang ist der erste Checkpoint. Bis nach Ngadi dauert es etwa 1 ¼ Stunden. Hier sind auch viele Lodges. Aber es ist noch nicht Zeit für einen Snack. Hinter Ngadi die erste Konfusion. Eine Brücke, die nicht auf der Karte ist. Einheimische deuten uns aber in die Richtung. Später kommt dann auch noch ein Schild.

Man bleibt die ganze Zeit östlich des großen Marsyang Rivers. Irgendwann beginnt der Aufstieg nach Bahundanda. Ziemlich quälend, da es ziemlich heiß ist. Keine Wolke am Himmel. Dadurch hat man zwar ne gute Sicht. Aber der Schweiß rennt einem auch wie Wasser runter. Ben scheint es mehr zu schaffen zu machen als mir. Er macht ziemlich viele Pausen. Ich laufe lieber länger und mache dafür längere aber seltener Pause. Sonst kommt man so leicht aus dem Rhythmus.

Dennoch kommen wir in Bahundanda an - just in time nach 2h von Ngadi.
Auf der Strecke kommt ein Junge auf uns zu und wedelt mit Stöcken. Tja die hatten wir bis dahin noch nicht. Also greifen wir nach ein bißchen Handeln zu. Und das Bild der Wandersleute komplettiert sich. Den dummen Hut hatte ich ja auch schon....

Am Police Checkpoint in Bahundanda ist direkt ein Restaurant. Wir gehen gleich ins erste. Das erspart den Rest des Anstiegs für nach dem Essen. Wir essen leckere Dal Bhat bis wir platzen und bleiben ca. 2 ½ Stunden da, um der Mittagshitze zu entgehen.

Wenn man nach weiterem steilen Anstieg den Kern des Dorfes erreicht hat, geht's von da erstmal steil bergrunter. Dann ist aber auch das schlimmste überstanden. Von fast 1400m geht es bis nach Syanje wieder auf 1160m runter. Der Weg ist recht gut zu laufen, bis auf ein paar kleinere Steigungen. Die Bäche, die passiert werden müssen, sind auch nicht so wild, daß man sich die Schuhe ausziehen muß. Und unsere neuen Stöcker sind bei solchen Flußüberquerungen sehr hilfreich. Ist wie ein drittes Bein.

Die Landschaft auf dem Weg ist schon atemberaubend. Bis nach Ngadi hat man die Gletscher im Hintergrund. Danach verschwinden sie hinter Wolken oder anderen Bergen. Von Bahundanda hat man eine klasse Aussicht auf das Tal mit dem sich schlängelnden Fluß. Und unterwegs gibt es immer wieder Wasserfälle. Zum Glück meist auf der anderen Seite, sonst wäre das wohl etwas feucht. Aber auch das Tierreich ist interessant. Es gibt Schmetterlinge, wie ich sie noch nie so groß in meinem Leben gesehen hab... und Libellen in den verschiedensten Farben...

Kurz vor Syanje ist noch ein weiteres Dorf mit vielen Lodges, das nicht mal auf der Karte ist.
Es kommt auf alle Fälle ein Glücksgefühl auf, wenn endlich hinter einer Kurve die Brücke auftaucht, an deren anderem Ende Syanje ist. Wir übernachten in einer tibetischen Lodge (erstes rechts von der Brücke) und sind die einzigen Gäste hier. Das Essen ist phantastisch (Swiss Rosti) und ich bin richtig gesättigt. Ansonsten halte ich mich jetzt an lokales Bier (Chang), was nur 20 NRP kostet - im Gegensatz zu einem Tuborg mit 120 NRP. Es schmeckt aber eigentlich mehr nach Wein als nach Bier, aber ganz gut. Und Wein ist ja auch ganz gesund...


Viele Wasserfälle...

02.08.99 (Day 3)

Heute gibt's keine "Mountains" zu sehen. Dafür aber ansonsten allerhand. Ich bin schon um 5.30h auf. Man gewöhnt sich an das früh-schlafen-früh-aufstehen. Nach einem exzellenten Frühstück (das Hotel ist wirklich klasse) geht's um 7.30h los.
Von der Karte waren wir ja schon gewarnt, daß uns ein "steep climb" bis nach Jagat bevorsteht. Und der hat es auch wirklich in sich. Das schlimmste ist überstanden, wenn man die erste Lodge in den Ausläufern von Jagat erreicht. Bis zum Ort ist es dann aber noch mal eine halbe Stunde. Insgesamt sind wir 1 ¾ Stunden unterwegs. Bis zum nächsten Ort - Chamje - sind es weitere 1 ½ Stunden. Und es geht weiter stetig berghoch, bis auf 1400m.

In Chamje nehmen wir wieder Dal Bhat zu uns bis wir platzen. Ben meint, daß die Leute hier alle krank aussehen und will hier nicht länger bleiben. Also ziehen wir weiter und machen eine längere Rast, nachdem wir den Fluß über eine Hängebrücke überquert haben.

Die letzten gut 2 Stunden bis nach Tal haben es dann auch in sich. Die Karte prophezeit einen "long hot climb"... woher wußten die Kartographen nur, daß genau jetzt die Sonne rauskommt (für heute zum ersten Mal). Davon abgesehen geht es auch wirklich lange und steil berghoch.

Dafür entschädigt aber die Kulisse. Der Fluß zwängt sich hier durch enge Felsspalten, immer wieder mit riesigen Wasserfällen. Er fließt dann mit einem zweiten Fluß zusammen, während er ziemlich steil abfällt.
Nach geraumer Zeit des Anstiegs kommt man um eine Kurve und wie im Paradies liegt in einem breiten Tal der Ort Tal (sinniger Name ;-). Wirklich malerisch. Ringsherum steil ansteigende Felsen mit herab prasselnden Wasserfällen. Wir übernachten im Tibetan Hotel - relativ am Ende des Ortes. Da gibt es sogar eine "Video Booth" - allerdings nur wenn Strom da ist.

Heute ist mir unterwegs mein Rasierschaum in meiner Tüte geplatzt.... schöne Schweinerei... als ich Tüte dann beim Laufen im Wind trocknen wollte, hab ich auch noch meinen Rasierer verloren.... dumm gelaufen.... Im Hotel ist dann erstmal reinigen angesagt...


Malerisches Tal

03.08.99 (Day 4)

Da cremt man sich von oben bis unten mit Moskito Repellant ein, und was passiert? Sie stechen einen natürlich grade da, wo man es vergessen hat: unterm Fuß. Die fliegen durch den ganzen Schlafsack, um ganz am Ende zuzustechen, unglaublich.... naja jedenfalls schmerzt es beim laufen...

Wir ziehen gegen 8h los. Von Tal aus ist das erste Stück erstmal gemütlich. Dann kommt aber ein ganz schöner Berg auf halbem Weg nach Karte. Außerdem jede Menge Landslides, die das ganze nicht ungefährlich machen. Im Karte gibt's ein paar Lodges. Von hier ist es noch eine halbe Stunde bis Dharapani - ein größeres Dorf mit einem Checkpoint und jeder Menge Lodges. Jetzt befindet man sich wieder auf der westlichen Seite des Flusses.

Bis nach Bagarchap sind es noch mal 200m Steigung auf 2080m. Das Ende kommt ziemlich plötzlich, wenn man auf einmal vor einem Steintor steht. Der Ort war vor einigen Jahren Opfer eines großen Erdrutsches, der einen Großteil des Dorfes verschüttet hat. Es sind aber noch (oder wieder) ein paar Lodges da und wir essen um 12h Lunch im Buddha Hotel - sehr gut - bester Dal Bhat bisher...

Einige Lodges sind aber auch nach Danaque umgezogen, wo ein wenig mehr los ist. Der Ort zieht sich ziemlich lang hin. Eine ¼ Stunde später hinter einer Brücke hat man die Wahl zwischen "Chame via Timang/Thanchok" und "Chame via Lata Manang". Wir sind uns nicht ganz schlüssig, da auf der Karte nur ein Weg ist, der so ziemlich durch alle 3 Orte geht. Wir entscheiden uns für Timang. Es geht ziemlich hart den Berg hoch und auch recht lange. Zum Glück ist es recht schattig, denn man läuft durch tiefen Wald. Recht schön eigentlich... wäre es nur nicht so steil... Irgendwann kommt man zu einer recht hoch gelegenen Siedlung. Das Hotel ist aber zu und auch ansonsten gibt es keinen Aufschluß darüber, wo wir gerade sind. Inzwischen ist es bereits halb vier....

Also weiter geht's. Der Weg ist eigentlich sehr schön. Es geht durch Wald und der Boden ist sehr angenehm zu laufen. Es kommen noch kleinere Anstiege, die aber nicht so wild sind. Irgendwann kommt ein Stromkabel und dann ein Haus in Sicht. Sieh an, es ist sogar eine Lodge. Aber leider zu. Das Schild besagt, daß wir in Thanchok sind. Wie sich herausstellt sind es die Ausläufer. Bevor man in den Ort kommt, muß man erst noch mal steil bergrunter um in der Mitte einen Bach zu überqueren und dann wieder steil hoch zu klettern...

Wenn man erstmal in Thanchok ist, ist die Enttäuschung groß. Denn es gibt keine Lodge. Obwohl das Dorf eigentlich ganz groß und hübsch ist. Also weiter. Es ist bereits 17:15. Der nächste Ort Koto Manang soll 45 min weg sein. Da bereits die Sonne hinter den Bergen verschwindet, laufe ich ziemlich schnell. Nach 30 min erscheint die erste Siedlung. Es gibt 3 Lodges. Ob das nun schon Koto ist oder nicht, ist uns ziemlich egal. Nach fast 10 Stunden auf den Beinen ist jedes Bett recht.

Dafür ist es auch recht einfach. Die Toilette ist recht abenteuerlich und eine Dusche scheint es auch nicht zu geben. Dafür kostet das Bett auch nur 5 (!) Rupees. Das Dinner war eher dürftig. Dafür habe ich eine neue alkoholische Spezialität ausgetestet (wenn ich was unbekanntes auf der Karte sehe, wird das natürlich sofort getestet). Das besagte etwas nannte sich "Mustang Coffee" [und sollte mir auf meiner späteren Reise noch öfter begegnen]. Es ist eine Mischung aus Kaffee und dem lokalen Wein/Schnaps "Roksi". Roksi allein ist ziemlich stark und nicht so toll (fast vergleichbar mit Korn). Aber in der Mischung ist das sehr gut zu vertragen.

Während des Essens versammeln sich alle Kinder um uns und begutachten fasziniert unsere Wanderkarte. Besonders die Fotos auf dem Umschlag haben es ihnen angetan. Man hört nepalesisches Gemurmel und dann immer wieder dazwischen "Ah", "Manang" und "Bhratang" (die Orte auf den Bildern).

Die Leute hier sind alle wahnsinnig freundlich und nett. Auch ehrlich und bescheidener. Es versucht keiner einen über den Tisch zu ziehen. Die Preise sind alle fix im Menu - und überall gleich im Ort. Es ist zwar etwas teurer als in Kathmandu, aber man muß ja auch beachten, daß man 4 Tagesmärsche vom Straßennetz entfernt ist. Und wenn ich die Kerle sehe, die kistenweise Getränke und sonstiges Zeugs über die Berge schleppen, habe ich einen Höllen-Respekt und zahle gerne etwas mehr...


Die "Trucks" des Himalaya

04.08.99 (Day 5)

Heute sind wir etwas müde beim Aufstehen. Kein Wunder. Immerhin haben wir gestern - bis auf eine Stunde - fast zwei Tagesmärsche an einem Tag gemacht.
Dennoch sind wir kurz vor acht wieder unterwegs. Es stellt sich heraus, daß das "wirkliche" Koto Manang 10 min weiter ist. Hier gibt es auch mehrere Lodges und einen Police Checkpoint.
Der Weg bis nach Chame ist sehr gut zu laufen. Weicher, ebener Boden. Und keine allzu starken Steigungen. Um 9h bin ich in Chame, daß man durch ein großes weißes Tor betritt. Der Ort ist ziemlich groß, hat Polizei, Post, Hospital und einige Shops, die bemerkenswert gut bestückt sind. Als Ben nach einer halben Stunde immer noch nicht da ist, wundere ich mich langsam. Daß ich auf ihn warte bin ich ja gewohnt. Aber nicht so lange nach nur so kurzem Stück. Nun er mußte wohl eine längere "Toiletten-Session" abhalten.

Ich bin froh, dass mich das Elend bisher verschont hat. Dehydrieren kann ich auch kaum. Bei der Menge Wasser, die ich vertilge. Normal sind mindestens 4 Liter plus Tee am Morgen und Chang am Abend. Inzwischen habe ich mich auch an das iodierte Wasser gewöhnt. Es schmeckt eigentlich nicht schlecht.... hat wenigstens Geschmack im Gegensatz zu dem sogenannten Mineralwasser hier. Und das tötet alle Bakterien aus dem Brunnenwasser ab.

Von Chame (2620m) bis nach Thaleku (2720m) ist es ca. eine halbe Stunde gemütlicher Walk durch schönen Wald. Auch die restlichen 1 ½ Stunden nach Bhratang ist der Weg gut. Es geht aber etwas mehr auf und ab, bis man schließlich auf 2830m kommt. Dies ist der Ort mit dem Bild auf der Karte und ich bemühe mich die Szenerie möglichst genau nachzuknipsen. Der Ort ist etwas ausgestorben. Aber dennoch bekommen wir in einer Loge unseren obligatorischen Mittags Dal Bhat. Und auch sehr gut...

Nach einer exzessiven Pause gehen wir um kurz vor 2h weiter. Es geht relativ gemächlich bergauf, immer am Fluß entlang und steil aufragende Felsen über einem. Irgendwann kommen 2 Brücken in Sicht, die eine scheint aber lediglich neuer zu sein. Denn beide führen auf denselben Pfad zurück.

Ab der Brücke geht es dann stetig lange berghoch, bis ich nach 1 ½ Stunden Dhukure Pokhari erreiche (3060m). Die Karte beschreibt die Strecke als "peaceful forest" und das stimmt auch. Hohe Tannen überall. Man hört nur den Wind pfeifen. Denn der Fluß ist auch weit entfernt. Besonders fallen mir Tannen auf, die blaue (!) Tannenzapfen haben. Die Bäume kann man quasi so mitnehmen. Da brauch man dann keinen Weihnachtsschmuck mehr. Ich würde ja gern einen pflücken, aber die hängen alle sehr hoch und ich habe keine Lust, die Böschung runterzukraxeln.


Bhratang - Das Bild von der Karte

In Dhukure muß ich mal wieder auf Ben warten - er ist heute sehr langsam - da sich der Weg gabelt. Der eine scheint über eine wenig vertrauenerweckende Brücke nach Upper Pisang zu gehen. Der andere geht durch ein flaches Tal nach Lower Pisang. Komisch eigentlich, denn es sollte höher liegen als Dhukure. Letzteres ist auch ein schönes Plätzchen. Es liegt direkt über dem langen Tal und in der Mitte liegt auch noch ein kleiner See...

Ich lese im Moment das Buch "A Walk in the Woods" von Bill Bryson, in dem er beschreibt, wie er den längsten Fußweg der Welt - den Appalachian Trail (2200 Meilen) - wandert. Er hat einen Companion dabei - Katz. Und das erinnert mich ein wenig an Ben und mich, da Katz auch immer zurückhängt. Wobei Katz wohl der schlimmere Partner wäre. Das Buch ist übrigens optimal, während man hier läuft, da man dann erst richtig merkt, wie gut man es hier hat. Man muß nicht zelten (da es für Tage keine Zivilisation gibt), man muß keine Essensvorräte mit sich rumschleppen, nicht durch Schnee stapfen und keine Angst vor wilden Bären haben. Ja ich denke der Appalachian Trail wäre nichts für mich....

Die ¾ Stunden nach Lower Pisang sind dann easy walking. Wir übernachten im New Tibetan Hotel. Es ist wie der Name schon sagt, ziemlich neu und macht einen guten Eindruck und der Mustang Coffee ist heute auch ziemlich stark...

Im Hotel treffen wir noch 2 Schotten (Neil & Scott) und eine Engländerin (Nicole), die wir schon vorher immer einen Tag vor uns auf den Listen an den Checkpoints gesehen haben. Außerdem ist auch ein Neuseeländer da, dem der Weg wohl zu gut gefallen hat, daß er jetzt den gesamten Weg wieder zurück läuft.

05.08.99 (Day 6)

Am Abend zuvor stand schon zur Debatte, ob wir den flachen, einfachen oder den hohen, schwierigen (mit besserer View) Weg nehmen.
Beim ersten Blick aus dem Fenster erübrigt sich für mich weiteres Nachdenken, denn es regnet und es sieht recht düster aus. Also hat man eh keine View. Daher die einfachere Route. Aber auch die hat es am Anfang in sich. Nach 15 gemächlichen Minuten geht es berghoch. Und zum ersten Mal merke ich auch die Höhe. Der Atem geht schwerer und ich mach öfter mal  Pause. Nach einer guten Stunde laufen, ist man oben. Dort stehen ein paar Hütten, die aber unbewohnt sind.
Die drei Porter mit ihren Mega Lasten, die uns schon 2 Tage begleiten, sind unter dem Dach und schützen sich vor dem Regen. Inzwischen kennt man sich. Aber deren Leiden sind wohl größer.

Immerhin kann ich zum ersten Mal mein neues Regencape und den Rucksack Schutz benutzen. Nicht ganz verschwendetes Geld. Aber so schlimm ist der Regen eigentlich heute auch nicht. Von 8h-10h nieselt es so vor sich hin. Den Briten ist das aber zuviel. Sie wollen warten, bis es aufhört. Um 10.45 (nach 2 ½ Stunden) bin ich in Hongde. Vom Gipfel des Berges ging es immer schön bergab. Hier gibt es einige Lodges und einen Airport, der aber nicht sehr aktiv wirkt. Es gibt auch einen Police Checkpoint. Aber da war keiner, als ich da war.
Ich habe mit Ben verabredet, daß ich nach Manang ohne Lunch Break durchlaufen will. Denn ich will den schweren Rucksack heute so schnell wie möglich loswerden, da ich leichte Rückenschmerzen habe.

Ich komme auch ganz gut voran. Hinter Hongde ändert sich die Landschaft dramatisch. Man sieht kaum noch grüne Hänge. Dafür aber karge Felsen. Alles ist sehr weiträumig. Man läuft durch ein großes Tal und es ist fast gespenstisch einsam. Auf alle Fälle mal was neues, auch wenn es auf die Dauer eintönig wird, da man lange immer nur dasselbe sieht. In den letzten Tagen kam man um eine Kurve und hatte ein neues Bild...
Manang erreiche ich nach 2h von Hongde. Am Ende gibt es noch mal einen kleinen Hügel, bis man schließlich im Ort ist. Die Auswahl an Hotels ist ziemlich groß. Der Neuseeländer hat uns das Moonlight Hotel empfohlen. Und es ist auch sehr gut. Sehr neu und ich habe einen super Blick auf den Gangapurna Gletscher. Wenn die Wolken nur nicht wären....

Die Hotelpreise sind im ganzen Ort höher als woanders. Das Zimmer kostet 120 Rupees...und das Essen ist auch etwas teurer...dafür aber sehr gut. Um 3h immer noch kein Zeichen von Ben. Da wir morgen hier einen Ruhetag zwecks Akklimatisation einlegen, geh ich mal zum ACAP Office, um mich nach Day Treks für morgen zu informieren. Aber der Typ redet nur etwas von einem Ice Lake, ohne aber so genau zu wissen, wo das ist. Naja nicht gerade hilfreich...

Danach geh ich runter zum Gangapurna Lake am Ort. Man muß allerdings erst runterlaufen und dann wieder hoch. Vom Ort ist der See nicht sichtbar, da er hinter einem Hügel liegt. Aber wie er da so liegt - wie im Bilderbuch. Olivgrünes Wasser, dahinter der Gletscher. Schade, daß der obere Teil von Wolken verdeckt ist.  Ich will mal sehen, was dahinter noch so liegt und erklimme den Kamm, der den See begrenzt. Ein sehr schmaler Weg und ein Schritt zuviel nach rechts oder links...und abwärts geht's...

Aber die Aussicht lohnt sich.Ich gehe immer höher. Immer zick zack den Berg hoch. Irgendwann lande ich dann bei den Gebetsfahnen, die man von Manang auf der anderen Seite des Tals sehen kann. Verdammt hoch. Aber so ohne Rucksack fühle ich mich wie neu geboren. Um 5h bin ich wieder im Hotel und inzwischen ist auch Ben da. Die 3 anderen Briten kommen auch zum Dinner. Sie sind alle ganz nett. Sie waren auch in Indien vorher. Da kann man sich dann mal gut gemeinsam das Leid klagen...

In und um Manang

 

06.08.99 (Day 7)

6.00 Uhr: Ein verschlafener Blick aus dem Fenster. Und auf Anhieb bin ich hellwach. Super Sicht auf einen großen Schneegletscher. Ich nehme an, es ist Annapurna IV, bin aber nicht sicher. Auch die Sicht auf den Gangapurna Gletscher ist um einiges besser als gestern.
Ich will natürlich die Gunst der Stunde nutzen und steh sofort auf. Doch es zieht schnell wieder zu. Um 8h ist nichts mehr zu sehen.

Heute machen wir Ruhetag in Manang, um uns an die Höhe zu gewöhnen. Die anderen wollen auch richtig "ruhen". Ich will lieber etwas durch die Gegend laufen und etwas Höhe gewinnen. Kurz nach 8h laufe ich los in Richtung Tilicho Lake am südlichen Ufer des Khangsar Khola Flusses. Zunächst geht es leicht bergauf durch schönen Tannenwald. Es geht dann aber wieder abrupt bergrunter um den Fluß zu überqueren. Auf der anderen Seite geht es dann wieder steil bergauf ins Dorf Khangsar (3700m). Der Anstieg schlaucht ganz schön.

Nach 1 ½ Stunden bin ich da. Danach geht es für ca. 45 min relativ gemütlich bergauf zur Thore Gompa. Danach wird's dann steiler und es geht über 4000m. Ich laufe so eine Stunde nur berghoch bis 11.30 und dann fällt der Weg wieder steil ab ins Tal. Bergrunter will ich jetzt aber nicht. Also folge ich einem winzigen Trampelpfad, der steil den Berg hoch geht. Der wird dann immer schmaler, bis er irgendwann gar nicht mehr existiert.

Also stampfe ich durch hohe Gräser, stolper über Steine, immer auf der Suche nach einem neuen Pfad. Ab und zu sind auch mal Spuren eines Pfades.... aber außer Vieh ist hier wohl nichts gelaufen. Es wird immer steiler. Ich kraxel an Steinen hoch - unter mir der Boden wegrutschend. Ich komme auch ziemlich hoch (wohl so ca. 4200m). Die Frage ist dann nur, wie komme ich hier lebend wieder runter.

Es ist wie eine Rückblende auf mein Abenteuer in den Cuillins (Schottland), als ich da den Berg runter gerutscht bin.
So denn auch heute - einmal rutsche ich bestimmt 5m den Berg runter und verliere dabei auch meinen Stock. Aua das tut weh. An Hintern und Händen sind deutliche Schleifspuren. Die Hose ist dann nach dieser Tour wohl endgültig im A...

Irgendwann erreiche ich dann aber doch noch lebend den Hauptpfad und mach mich auf den Weg zurück. Es ist inzwischen kurz nach 12h. Ich geh denselben Weg zurück. Und für die Strecke, die ich hin 4 Stunden gelaufen bin, brauch ich zurück nur 2 ¼ Stunden.
Zurück im Hotel gönne ich mir erstmal ein verspätetes Lunch, das köstlich wie immer ist. Ich glaube ich brauch mal ein tibetanisches Kochbuch. Das Essen im Moonlight ist echt klasse...auch die anderen 3 Briten kommen immer zum Essen rüber - auch wenn sie in einem anderen Hotel wohnen. Den restlichen Nachmittag verbringe ich relativ erschöpft auf meinem Hotelzimmer. Zum Abendessen kommt auch noch ein amerikanisches Ehepaar in unser Hotel. Die Briten sind auch immer da ... wir sollten mal Provision verlangen...

07.08.99 (Day 8)

Wow, was für ein Morgen, was für eine Aussicht. Noch um Klassen besser als gestern. Man kann Annapurna IV und Gangapurna optimal sehen und auch ein gutes Stück von Annapurna III. Außerdem noch Tilicho Peak weiter entfernt.
Neil läuft heute mit Ben und mir. Und heute war ich ‚Katz' - immer zurückfallend - da es für mich etwas schnell war, Wir starten um 8.15 und nach 1 ¼ Stunden sind wir in Gunsang und machen den ersten Tea Stop. Wir sind gut 400m gestiegen in der kurzen Zeit und es geht auch immer weiter bergauf...

Kurz danach überquert man eine Brücke. Was bedeutet, daß es erst steil runter geht und dann steil berghoch. Die Sicht bleibt bis mittags phantastisch. Man hat exzellente Sicht auf Gangapurna und - in einem Tal - auf das Chulu Massiv.

Nach einer Weile kommt man nach Yak Khorka, wo es eine Menge Hotels gibt. Hier holen wir auch Nicole und Scott ein, die vor uns losgelaufen ist. Eigentlich wollten Neil und ich heute noch nach Phedi und morgen über den Pass. Aber die anderen wollen lieber hierbleiben und das ganze in 2 Tagen machen. Beim Lunch in Churi Lattar wird kräftig diskutiert. Im Endeffekt bleiben wir dann doch zusammen und übernachten hier. Naja das Hotel ist nicht gerade dolle. Mit Plumpsklo und Dusche gibt's nicht.

Und kalt ist es - verdammt kalt. Ich trinke erstmal 2 Mustang Coffee um mich von innen aufzuwärmen. In der Nacht brauche ich 2 Decken, um warm zu werden. Wie ist das dann hier erst im Winter. Ich will so schnell wie möglich über den Pass und wieder in niedrigere Gefilde. Außerdem ziehen die Preise hier oben auch ziemlich an...


In der Kälte von Churi Lattar

08.08.99 (Day 9)

War die Sicht gestern noch einzigartig, sieht man heute Morgen gar nichts. Nebel wohin man sieht. Man sieht vielleicht 100m. Mehr auf keinen Fall.
Gegen 8h laufe ich dann trotzdem los. Die Sicht wird auch besser. Teilweise kann man - wenn ein Wolkenloch entsteht - Annapurna III und Gangapurna sehen.

Es geht leicht bergauf und so langsam wundere ich mich, wo Ledhar bleibt. Gegen 9h komme ich zu einer Brücke. Es geht steil bergab und dann wieder steil berghoch. Ein Blick auf die Karte sagt, daß ich schon auf halbem Weg von Ledhar nach Phedi bin. Nunja dann war Ledhar wohl die 2 Häuser auf dem Weg. Der Berg hinter der Brücke hat es in sich, Hier hol ich auch Nicole und Scott ein, die vor mir losgelaufen sind. Nur Neil ist natürlich wieder über alle Berge.

Wenn man erstmal oben ist, ist es aber nicht mehr so weit bis nach Phedi. Jenes besteht aber eigentlich nur aus einem Hotel, das aber recht groß ist. Um 10h sind wir bereits da und bestellen Lunch. Die erste Suppe ist dann nach 1 ½ Stunden da...

Auf einmal wollen dann alle hierbleiben. Eigentlich wollten wir ja noch zum High Camp, eine Stunde weiter. Aber jetzt sind alle faul. Angeführt von Nicole macht sich eine gewisse Paranoia in Bezug auf Höhenkrankheit breit.

Dann kommen auch noch zwei Holländer, die den Pass von der anderen Seite genommen haben (man kann in jedem Führer lesen, dass dies nicht zu empfehlen ist) und über üble Altitude Sickness klagen. Dann ist die Sache natürlich klar. Paranoia siegt...


Phedi Base Camp

Treue Begleiter am Thorung La Pass

Ich marschiere trotzdem noch weiter. Ben kommt auch mit. Fällt aber bald zurück. Ich bezweifle, daß er hier ankommt. Ich bin nach 1 Stunde da. Ich denke mal so 300m Höhengewinn. Ziemlich anstrengend.

Der Ort ist aber eine totale Baustelle. Zuerst erreicht man eine Hütte ohne Fenster, danach kommt sogar ein offizielles Hotel mit Restaurant. Scheinbar hat's aber gestern Nacht reingeregnet, oder was auch immer. Jedenfalls ist das sogenannte High Camp ein Haufen Mist. Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier bleiben soll. Mal sehen, ob Ben noch kommt.

Ben ist doch noch gekommen. Im Moment (16h) sieht es so aus, als würden wir hierbleiben im High Camp "Hotel". Man hat die Wahl zwischen einem Zimmer, daß nicht wasserdicht ist dafür aber warm und einem wasserdichten, das aber keine Tür hat...wir entscheiden uns für die naß/warm Alternative.

Ich bin derweil noch mal weiter Richtung Pass gelaufen ohne Gepäck. Hab dabei 2 Flüsse überquert und bin zu einer leeren Hütte gekommen. Das ganze 45 min (15 min zurück). Ich denke es war schon recht hoch. Aber es war recht einfach zu laufen im Vergleich zum ersten Stück von Phedi zum High Camp. Morgen sind es wohl noch 3h bis zum Pass auf 5400m.

16:15: Die Situation ändert sich minütlich. Ben geht's doch nicht so gut. Er entscheidet sich doch wieder zurück nach Phedi zu gehen und morgen mit den anderen hoch zu kommen. Ich bleibe oben. Ich hatte bisher keine Probleme mit der Höhe. Und ich denke auch nicht, daß es morgen noch kommt. Und wenn, heißt es Zähne zusammen und durch.

Man liest zwar auch von Todesfällen. Aber diese Leute hatten meist schon Symptome bei 4000 oder 4500m...
Hoffentlich kommt Ben wenigstens morgen mit den anderen hoch.
Nun bin ich also alleine in einem Kabuff, in das es reinregnet. Ich bin der einzige Gast. Ich flüchte mich bald in die Küche, wo ich mich mit allen anderen, die auf der Baustelle arbeiten, am Ofen aufwärme. Das ist auf alle Fälle mal ne interessante Erfahrung. Ich verstehe zwar kein Wort, aber es ist doch mal interessant zu sehen, wie das Essen zubereitet wird. Und das Essen ist wirklich lecker. Wirklich erstaunlich, was die hier alles aus der Bruchbude rausholen. Sobald es dunkel wird, geh ich aber in meine Regenkammer und verkrieche mich unter meinen Decken....

09.08.99 (Day 10)

Was für eine schrecklich Nacht! Es regnet in einer Tour und neben mir macht es die ganze Nacht *plitsch* *platsch*.... manchmal schlägt auch ein Tropfen in Gesichtsnähe auf. Ich kann jedenfalls kaum schlafen. Vielleicht auch ein wenig aus Aufregung, da morgen der große Pass kommt.
Übel wird es, wenn die Toilette ruft, da der Boden des Zimmers der reine Matsch ist.
Um 5h werfe ich den ersten Blick aus der Tür. Wow! Schnee! Sieht zwar ganz imposant aus. Wirft aber auch Fragen auf bezüglich der Sicherheit des Wegs. Gegen 6h sieht man von Schnee nichts mehr, da alles in den Wolken hängt.
Die anderen kommen tatsächlich alle und um 8h ziehen wir los.

Wir schaffen es auch, in einer Gruppe zu bleiben. Ben geht es heute erheblich besser und wir kommen gut voran. Absteigen bringt also doch was. Gegen 9h kommen wir zur ersten Hütte, wo ich gestern schon mal war. Der Anstieg bis dahin ist noch ganz OK. Danach wird's steiler, windiger und regnerischer. Und um es ganz hart zu machen, liegt auch noch Schnee. Und das im August. Das hatte ich auch noch nie..

Also stapfen wir so vor uns hin. Ich merke, daß meine Beine ganz schön müde sind. Mit der Höhe habe ich aber weiterhin keine Probleme. Abgesehen davon, daß der Atem schwerfällt. Aber das ist ja normal.
Immerhin sind wir hier höher als der höchste Berg in Europa - Mont Blanc (4800m). Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen...

Gegen 10.30 kommen wir zu einer weiteren Hütte und Gebetsflaggen. Sollte das etwa schon der Gipfel sein? Das Schild in der Hütte besagt "Thorung Top Restaurant". Nun das kann ja jeder sagen...
Wir sind also etwas ratlos. Auch gibt es drei Wege, die man wählen kann. Einer hoch und zwei bergrunter. Auch der Hund, der uns auf dem Weg die ganze Zeit begleitet hat, ist keine große Hilfe.

Neil geht den ersten Pfad hoch und meint, daß wir auf dem Pass sind, da es da nicht weitergeht. Eigentlich ziemlich unspektakulär das ganze. Also werden mit eiskalten Fingern schnell die Erinnerungsfotos geschossen und dann ab bergrunter. In die Wärme und raus aus dem Regen. Ich habe es besonders eilig, da ich wohl als einziger nicht für arktische Temperaturen gerüstet bin. Ich muß laufen, um warm zu bleiben.

Am Anfang geht es auch noch ganz gemütlich runter. Doch dann wird es immer steiler, und neblig wird es auch. Der Abstieg ist fast anstrengender als der Aufstieg. Es geht wahnsinnig auf Knie und Beine, und ich mach öfter Pause als auf dem Weg hoch. Die Quälerei nimmt kein Ende. Es dauert 3h bis ich in Muktinath auf 3700m bin - mehr als der Aufstieg (2 1/2h) - das soll schon was heißen. Also in umgekehrter Richtung möchte ich den Pass nicht überqueren. Das muß ziemlich hart sein....

Sobald die Wolkendecke aufreißt, hat man eine super Aussicht auf das Tal mit seinen kargen Felsmassen und der grünen Oase um Muktinath herum. Gegen 2h bin ich in Muktinath. Wir haben uns in der Bob Marley Lodge verabredet. Ich stürze mich zuerst in die Hot Shower. Das tut guuuuut.... weiss gar nicht mehr, wann ich das zuletzt hatte...

Die anderen kommen eine Stunde später und sehen alle ziemlich elendig aus. Dabei ist heute Scotts Geburtstag und es sollte gefeiert werden... aber ob das noch was wird....?

Nein wurde nic. Die anderen wurden bis auf Ben den ganzen Abend nicht mehr gesichtet. Außerdem wollen sie hier noch einen Ruhetag machen. Das paßt mir gar nicht so recht. Ich denke dann lauf ich wohl mit Ben alleine nach Jomson morgen - sofern er wenigstens mitkommt - sonst halt auch ganz allein. Ich denke nämlich, daß ich auch von Jomson rausfliegen werde nach Pokhara. Nach dem Überqueren des Passes ist irgendwie die Luft raus. Das war der Höhepunkt auf den wir die ganze Zeit hingearbeitet haben. Es kann jetzt nur noch bergab gehen - im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn mir das Laufen in Jomson aber wieder Spaß macht, laufe ich vielleicht weiter...


In Muktinath sehen nicht mehr alle so glücklich aus....

 

10.08.99 (Day 11)

Heute erstmal in Ruhe ausschlafen. Die anderen bleiben definitiv da. Ben kommt mit, da es in Muktinath kein Telefon gibt (für Flugbestätigung). Um 10.30 kommen wir schließlich los.

Erster Stop ist Jharkot (nach 30 min), wo ich mich erstmal im Dorf verlaufe und irgendwann in der Sackgasse stehe. Als ich aus dem Ort raus bin, das nächste Problem: Eine Weggabelung. Und wie sich herausstellt, nehm ich auch hier den falschen Weg, nämlich bergab in Richtung Fluß. Daß das wohl nicht der Hauptweg ist, merke ich als der Weg immer schmaler wird. Auf einmal sind um nich herum nur Mauern und Bäche. Um wieder auf den Hauptweg zu kommen, muß ich bei Khingar (3270m) gehörig wieder berghoch. Im Dorf selbst verlaufe ich mich dann auch wieder ....
Der Weg von Khingar nach Kagbeni geht erstmal ne ganze Weile gemütlich bergab. Nur am Ende fällt er steil ab und führt ins Dorf. Die Landschaft unterwegs ist bombastisch. Karge Felslandschaft so weit man sieht. Wirklich ein würdiger Abschluß der Tour. Und es wird ein Abschluß, denn ich werde den Flug buchen. Ich habe einfach keine Lust auf eine weitere Woche Trekken und Wildnis. Die Luft ist irgendwie raus. Die Zivilisation ruft...

 

 

 

 

 

 

 

 

In Kagbeni essen wir erstmal Lunch. Ist ein schönes Dorf. Es gehört zur „sagenumwobenen“ Mustang-Region, das nur mit einer Special Permit bereist werden darf. Diese kostet "nur" 600 USD.

Von Kagbeni geht es immer am Kali Gandaki River in Richtung Jomson. Das letzte Stück geht dabei durchs ausgetrocknete Flußbett. Die Landschaft ist auch hier phantastisch. Nur weht ein ziemlich stürmischer Wind... von Vorne... Auch heute muß ich wieder auf Ben warten. Aber nicht, weil er so langsam ist, sondern weil er die ganze Zeit nach Fossilien im Flußbett sucht. Naja eins hat er gefunden.

Vom Augenblick in dem man Jomson zum ersten Mal sieht und dem Moment, wo man da ist, dauert es eine ganze Weile. Es kommt einfach nicht näher. Auch zieht sich der Ort sehr in die Länge und ist auch nicht sonderlich interessant...

Wir übernachten in Nähe des Airports im Hotel Xanadu. Ziemlicher Luxus. Super Sauber. Warme Dusche und Sitz-Klo (!). Kostet auch 100 NRP pro Person und das Essen ist auch nicht billig. Aber dafür gibt es Steaks...

Und das war wirklich klasse. Vom Yak... und danach noch Apple Pie auf dem "Apple Pie Trek". Wie im Paradies hier. Man merkt schon, daß diese Seite des Treks wesentlich besser touristisch erschlossen ist. Man sieht auch mehr Touris. Aber unser eins kann ja über die nur müde lächeln. Sollen die doch erstmal DEN Pass überqueren. Auf dieser Seite ist das doch Kinderkram...

Und jetzt wo alles vorbei ist, hat man das Gefühl was geleistet zu haben. Aber ich würde trotzdem gerne noch mal wiederkommen und den Rest sehen. Auch der Trip zum Annapurna Base Camp reizt sehr... aber nicht jetzt. Ich werde möglichst schnell nach KTM zurückgehen um nach Tibet und China zu kommen. Auch das Rafting lass ich bei diesem Wetter lieber bleiben. Mein Bedarf an Abenteuer und "Nicht-Zivilisation" ist erstmal gedeckt...
Am Nachmittag habe ich gleich den Flug für übermorgen gebucht. Mit Cosmic Air. Genau wie Ben.

11.08.99 (Day 12)

Ruhetag in Jomson. Ich geh am Vormittag ein Stück weiter auf dem Trek nach Marpha. Von dem Ort ist ein schönes Bild im LP. Das muß ich dann ja sehen. Eine Leidenschaft, die ich scheinbar mit vielen anderen teile. Wenn ein Bild im LP ist, versuchen alle, irgendwie dasselbe Bild selber zu schießen...

Es ist ca. 1 ½ Stunden Walk immer am Flußufer entlang. Der Ort ist auch ganz nett und ich esse erstmal Lunch da. Ich bin aber heute nicht in der Stimmung weiterzulaufen, deshalb geh ich wieder zurück, aber die Brücke, die auf der Karte ist, finde ich nicht.
Ich setz mich dann für eine Stunde ins Flußbecken und schnitze an meinem Wanderstock. Da ich nicht das ganze Teil mitnehmen kann, säg ich den Kopf ab und nehme das mit als Souvenir an den Annapurna Circuit. Das restliche Stück werfe ich in den Kali Gandaki.

Am nachmittag schau ich noch mal in Jomson rum, aber da ist auch nicht viel los. Fast eine Geisterstadt mit wahnsinnig breiten Straßen. Aber nix los drauf. Dafür haben sie hier sogar Traktoren. Ist schon was komisches, wenn man nach 2 Wochen das erste motorisierte Fahrzeug sieht.
Gegen 5h kommen dann auch die anderen drei Briten und sie wollen jetzt auch morgen mitfliegen. Hoffentlich fliegen wir überhaupt. Denn heute wurden auch alle Flüge abgesagt, wegen Wind. Angeblich soll das was mit der totalen Sonnenfinsternis zu tun haben. Tja, die hab ich jetzt auch verpaßt....


Was vom Wanderstock übrig blieb...

12.08.99 (Day 13)

Was für ein Tag! Ich hänge immer noch in Jomson. Zusammen mit bestimmt 50 anderen angenervten Trekkern.
Wir sind um 6h am Flughafen und bis jetzt läuft auch noch alles nach Plan. Um 7.10h soll der Flug kommen....dumdidumm... *wait* ... Unruhe macht sich breit in der Departure "Lounge". Gestern waren auch schon keine Flüge. Ich habe wenig Lust hier noch einen Tag rumzuhängen. Andere haben da sicher noch größere Probleme, wenn sie morgen einen Flug bekommen müssen.

Um 9h werden die Flüge endgültig gecancelled. Angeblich geht ein Hubschrauber. Das Heli Pad ist sinnigerweise auf einem Berg und es geht ziemlich steil hoch auf einem sehr schlechten Weg. Aber trotzdem der Hauch von Hoffnung, aus dem Kaff rauszukommen, beflügelt alle. Und jeder versucht so schnell wie möglich oben zu sein.

Der Heli kommt auch. Aber erstmal laden sie tonnenweise Stahlrohre aus, für ein Luxushotel, das da oben auf dem Berg gebaut wird. Aber obwohl sie da TONNENWEISE Stahl raustragen, dürfen nur 7 Passagiere mitfliegen....nepalesische Bürokratie!

Erst heißt es, es kommen 4 Helis....dann wieder heißt es keine mehr, wegen schlechten Wetters.... Mist, das war's dann wohl. Um 11h sollen wir im Cosmic Air Office sein. Ziemlich chaotisch alles. Erst heißt es, es kommt am nachmittag noch einer, dann wieder nicht, dann wieder doch aber schon voll.... was auch immer...
Irgendwie verliert dann der Typ auch noch unsere Tickets... aber angeblich haben wir 2 Sitze im Heli morgen um 7h sicher....naja das glaube ich erst, wenn ich Jomson von oben sehe...

Wenn ich morgen nicht wegkomme, überlege ich wirklich, ob ich nicht noch 4-5 Tage zum nächsten Bus laufe.
Im Endeffekt sind wir also wieder im Xanadu Hotel im selben Zimmer. Den ganzen Tag auf dem Bett liegend. Ich lese Ben's "Kampfstern Galaktika" und er mein "Walk in the Woods". Ich bin ziemlich mies drauf und nicht in der Stimmung irgendwas zu machen. Das wird nicht gerade dadurch gebessert, daß die drei anderen Briten wohl Glück gehabt haben und mit dem 7h Heli rausgeflogen sind. Und das obwohl sie nach uns gebucht haben...

13.08.99 (Day 14)

Am morgen wieder dasselbe Spiel: Um 6h zum Airport. Aber heute sieht das Wetter hier schon schlecht aus. Flugzeuge werden wohl kaum kommen. Höchstens der Heli. Das bleibt die einzige Hoffnung. Die allerdings mit 30 anderen Leuten geteilt werden muß. Angesichts der Tatsache, daß nur 7 Leute pro Flug mitkommen, ziemlich aussichtslos. Der Typ von Cosmic Air hat uns zwar einen Flug im ersten Heli versprochen. Aber das hat er bestimmt jedem hier versprochen.

Es werden auch immer mehr Tickets ausgestellt an Leute mit anderen Airlines, die keine Helis haben. Dabei ist doch klar, daß die nie alle mit dem Heli mitkommen... Aber eh alles egal. Um 9.15h die erschütternde Nachricht. Heli kommt auch nicht. Also heißt es für mich laufen. Ticket canceln und los. Ich warte hier nicht noch einen Tag.

Ben bleibt hier. Er hofft auf einen Emergency Hubschrauber, der aber 18 Leute braucht und schlappe 300 USD pro Person kostet. Naja wer's hat.... Er hofft, daß seine Travel Insurance das übernimmt. Um 9.30h laufe ich los. Wieder nach Marpha. Der Fluß ist heute empfindlich höher. Und ich komme nicht ganz trocken auf der anderen Seite an.
Nach ca. 3h komme ich in Tukuche an. Inzwischen total durchnäßt, da es in einer Tour regnet...und nicht zu knapp... Ich mach erstmal eine Stunde Lunchpause, um mich wieder aufzuwärmen. Jetzt kann ich auch mein in KTM erstandenes Rain Cape richtig gebrauchen.

Hinter Tukuche soll es eigentlich eine Brücke zur anderen Seite des Flusses geben. Aber die hat wohl der Fluß weggespült. Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie die an dieser breiten Stelle eine Brücke bauen wollen...
Nach einer Weile kommt man nach Khobang, wo es interessante "Haustunnel" gibt. Larjung kommt danach in direktem Übergang.

Irgendwann kommt dann eine Brücke, die nicht auf der Karte ist und ich folge den Fußspuren auf die andere Seite.
Um 17h komme ich schließlich in Kalopani an. Ziemlich erschöpft. Fertig von Distanz und Wetter.
Morgen steht dann noch mal ein harter Tag an. Nach Tatopani. Laut Karte wieder 8h Walk - genau wie heute. Aber ich hab es sogar in 7,5h Stunden geschafft (incl Pause). Ich habe mir das Ziel gesetzt in 3 Tagen von Jomson nach Pokhara zu kommen. Ich habe schließlich schon genug Zeit verloren.

In Kalopani übernachte ich in einem Hotel, das auch als Ausbildungsstätte für Kellner und Köche dient. Das ist aber ganz witzig. Die Kellner legen eine Höflichkeit an den Tag, wie man sie sonst höchstens aus 5 Sterne Restaurants kennt. Dafür werden sie auch hier geschult. Fern jeglicher Zivilisation. Und das Essen ist auch gut...

14.08.99 (Day 15)

Heute geht's früh los: 7.30h. Nach 2h komme ich nach Ghasa. Das Wetter ist besch.... wie in den ganzen letzten Tagen. Daher ist die Sicht auch gleich Null. Nach weiteren 2 ½ Stunden komme ich nach Rukse Chohara. Beim Lunch treffe ich einen Franzosen, der den gesamten Circuit mit dem Fahrrad "fährt"... verrückt. Ich denke, er wird sein Bike mehr getragen haben als gefahren. Aber das erledigen dann bestimmt seine 2 (!) Porter für ihn...

Von Rukse wird der Weg dann besser. Nicht mehr soviel rauf und runter. Es sind noch etwa 2 ½ Stunden bis Tatopani. Irgendwann kommt plötzlich von hinten ein Holländer. Ist wohl schon die ganze Zeit kurz hinter mir. Hat mich eingeholt. Ich laufe mit ihm das letzte Stück zusammen. Er will morgen auch nach Beni. Hoffen wir mal, daß wir dann morgen auch einen Bus von da bekommen und der Regen nicht so unerbittlich ist.
Heute habe ich um ca. 13h einen Heli gesehen. Er kam wohl von Pokhara, auf dem Weg nach Jomson. Doch nahezu direkt über mir dreht er Kreise und fliegt schließlich wieder zurück. Es war auch verdammt trübe...
War das der Heli, der Ben nach Pokhara bringen sollte? Hängt er immer noch in Jomson fest? Und bin ich vielleicht doch eher da als er? Hoffentlich weiß ich in ein paar Tagen mehr....

15.08.99 (Day 16)

Puh was für ein Tag.... um 7.30h laufe ich zusammen mit dem Holländer los. Kurz nach dem Ortsausgang Tatopani kommt schon mal ein ziemlich heftiger Erdrutsch...nicht so nett. Vor allem, wenn alles schön durch den Regen aufgeweicht ist und man durch den Matsch stapft.
Danach werden 2 Brücken überquert und der Weg teilt sich. Die längere Route geht über Ghorepani. Wir gehen aber am Ostufer des Kali Gandaki weiter südwärts nach Beni.
Es ist eine einzige Matschschlacht. Dazu geht es immer rauf und runter. Dazu die unzähligen Landslides. All das und einige River Crossings machen den Tag zur Hölle. Es gab so gut wie keinen Bach, in dem ich heute nicht einen Stein verpaßt habe und mit dem Fuß im Wasser hing. Dementsprechend triefend waren meine Füße. Und laufen in nassen Schuhen war noch nie sehr gesund. Die Blasen bilden sich schnell...
Nach 5 ½ Stunden kommen wir in Galeshwar an. Ziemlich großer Ort mit einigen Hotels.

Die letzte Stunde von da nach Beni...die reine Qual. Ich fühle Blasen unter jedem einzelnen Zeh. Dann zieht sich Beni auch noch so ewig in die Länge, bis man schließlich den Fluß überquert...und dann...ups ... vor Autos steht. Unglaublich, wenn man sowas solange nicht mehr gesehen hat.

Wir haben Glück der Bus nach Pokhara fährt um 15h. Und die Busfahrt ist genauso abenteuerlich wie der Lauf. Das Stück bis Baglung ist nichts für schwache Nerven. Es ist nicht mehr als eine Schotterpiste. Wenn man rechts aus dem Fenster guckt, sieht man direkt unter sich den reißenden Strom. Also läßt man das lieber sein bei dem stark schaukelnden Bus. Bis nach Baglung dauert es ganze 1 ½ Stunden. Danach wird die Straße besser. Aber angenehm ist es trotzdem nicht. Insgesamt verbringen wir 5 ½ Stunden eingepfercht in dem Bus. Um 20.30 kommen wir schließlich nach Pokhara. Wir teilen uns noch ein Taxi nach Lakeside. Ich fahr ins Gauri Shankar Hotel - empfohlen von Neil und Scott. Und es ist auch sehr gut. Raum mit Bad für 150 NRP....

Pokhara

16.08.99

Erster Eindruck von Pokhara bei Tag: Ziemlich provinziell, irgendwie dörflich. Lakeside ist ziemlich in die Länge gezogen. Vielleicht ist es ja nur hier so, aber das ist nunmal die Haupttouristen Gegend. Die Straße ist ziemlich breit und unattraktiv. Naja und der Lake ist vom Ufer auch nicht so prickelnd. Am nachmittag wird ich mir das ganze mal vom Wasser aus angucken...

Naja hab ich dann doch nicht gemacht. Sicht war eh null. Nein, Pokhara gefällt mir ganz und gar nicht. Ich buche den Bus nach KTM für morgen (200 NRP). Am Abend noch das Beste aus Pokhara. In einem Restaurant wird der neue Star Wars Film gezeigt...

Kathmandu

17.08.99

Bus: Pokhara -> KTM. 7.oo Uhr. Die 15 min zum Touri Bus Stop laufe ich im strömenden Regen....toll! Und wer sitzt neben mir? Natürlich wieder der Holländer.... Gestern im Restaurant sind wir uns auch schon wieder begegnet...genau wie schon am Tag öfter auf der Straße....

Am Touri Bus Stop bin ich viel zu früh und irgendwie auch ziemlich alleine. Da hat mir die Frau wohl ne falsche Zeit aufgeschrieben. Um mich vor dem Regen zu schützen, breche ich in so eine Hütte ein. Es stellt sich heraus, es ist ein Touri Office. Nicht abgeschlossen.... Irgendwann kommt dann auch der Chef und er erzählt mir was von deutschen Frauen und nepalesischen Männern. Letztere stehen wohl voll auf erstere. Aber am meisten wohl auf deren Pass....

Die Busfahrt dauert 6 ½ Stunden und dann stoppt der Bus nicht in Thamel sondern irgendwo bei der Wiese nahe New Road. Damit die Touris ein gefundenes Fressen für die lauernden Rickscha Wallahs sind....

In Thamel beginnt dann die große Suche nach der Tibet Tour. Wenige Touren gehen zum Everest Base Camp. Und wenn ist das sehr teuer. Also wird das wohl nichts....

Es endet dann alles etwas hektisch. Bei ‚Wayfarers' bieten sie mir eine Tour für Samstag an. Damit blieben noch genau 3 Tage für Chitwan, wenn ich bereits morgen wieder abreise....stressig... Während ich in Chitwan bin, muß mein Pass zur Chinesischen Botschaft. Also bin ich ohne Papiere.

Am nachmittag war ich auch aus Spass mal in Ben's Hotel und sieh an, er ist noch da. Ich hinterlasse eine Nachricht und hoffe ihn heute abend im Everest Steak House zu treffen.

Und er kommt ... Wie sich herausstellt, hat er es einen Tag später auch nicht mehr in Jomson ausgehalten und ist auch gelaufen, als wieder keine Flüge kamen. Und er hat es in 2 Tagen durchgezogen. Alle Achtung. Das ist schon heftig. Morgen fliegt er zurück nach England. Hätte nicht gedacht, daß ich ihn noch mal wiedersehe.