Orkney Islands

11.04.99 (Orkneys)

Die Fähre geht um 12.00. Um 10h mache ich mich auf den Weg zum Hafen, nach Scrabster, zu Fuß ca. 45 Minuten. Die Überfahrt dauert ca. 2 Stunden und führt vorbei an der Insel Hoy - sehr imposant. Das wetter ist ausnahmsweise mal optimal und - geschützt vor Wind - auf dem Sonnendeck kann man es gut aushalten.


Insel Hoy

Stromness ist ein hübscher kleiner Ort, aber nix besonderes, Sehenswürdigkeiten gibt's keine. Eigentlich wollte ich ja gleich weiter nach Kirkwall, aber es fährt doch tatsächlich kein einziger Bus hier am Sonntag.

Deswegen bleibe ich heute in Brown's Hostel direkt im Zentrum. Nette Atmosphäre nur die Küche/Aufenthaltsraum könnte etwas größer sein. Dafür hat der Ort einen Supermarkt der erst um 8h Uhr zu macht und einen Pub, wo ich das F1 Rennen sehen konnte.

12. 04.99 (Orkneys: Hoy)

6.30: der Wecker klingelt, nicht meine Zeit... Aber die Fähren fahren im Moment (Nicht-Sommer) nur zu sehr unchristlichen Zeiten.
7.45 geht's los von Stromness nach Nord-Hoy. Überfahrt dauert 30 Minuten und kostet £2,40 Rtn.

Als die Fähre anlegt, fängt es auch schon an zu regnen. Naja immerhin gibt es hier einen Aufenthaltsraum mit Toilette. Schnell wird der Handfön zur Heizung umfunktioniert. Ja irgendwie ist es ziemlich kalt hier. Dazu noch dieser Wind, sturmartig, teilweise hat man das Gefühl man bleibt stehen.

Aber hilft ja alles nix, in der Hütte warten, da hab ich auch keine Lust zu. Also los, genug Zeit ist ja, die Fähre kommt erst um 16.30 wieder. Zunächst an der Straße entlang Richtung Süden und dann nach Rackwick. Dabei wird Dwarfies Stane passiert, ein Grab in Naturstein eingeschlagen. Soll ziemlich einzigartig sein, naja immerhin eine Gelegenheit kurz dem Wind zu entkommen.

Vom Pier nach Rackwick an der Straße sind es 6 Meilen. Von dort aus führt ein recht guter Weg zum Old Man of Hoy (etwas mehr als 1h von Rackwick). Dies ist eine 450 ft hohe Steinsäule, die aus dem Meer herausragt. Eingerahmt wird das ganze durch schöne Klippenlandschaft auf dem ganzen weg die Küste entlang.
Als der Weg zurück nach Osten dreht, verliere ich ihn irgendwie. Naja wird halt abgekürzt und ab durch die Heide, querfeldein. Man sackt auch nicht richtig ein, trotzdem sieht die Hose schön dreckig aus.


Dwarfies Stane

Old Man of Hoy

Die Richtung ist soweit ok. Nur komme ich, als ich wieder den Pier sehe, auf einem hohen Berggipfel heraus. Der Aufstieg war eigentlich nicht so steil, eher schleichend. Dafür geht's jetzt sehr steil den Berg runter. Da habe ich wohl nebenbei noch den Cuilags (433m) bestiegen. Angeblich soll man ja laut Karte von hier alle Inseln sehen können. Naja irgendwie nicht. Weiter als bis kurz hinter Stromness sehe ich nicht.

Ca. 15.30 wieder zurück am Pier. Die anderen sind auch schon wieder alle da. Tja das Wetter war auch nicht gerade einladend heute. Ob der Wind hier immer so ist, au mann, ich befürchte ja das schlimmste. Also den Plan, ein Bike zu mieten, habe ich auf alle Fälle ad acta gelegt.

Um 17.45 nehme ich den letzten Bus von Stromness nach Kirkwall. Das kann man schon eher Stadt nennen hier. Es gibt sogar einen Safeway. Die Juhe ist relativ weit draußen und relativ ausgestorben. In dem Hostel für 90 Leute habe ich gerade mal 5 andere Leute gesehen.

13.04.99 (Orkneys: Ring of Brodgar)

Morgens: Schock: Es schneit. Wo bin ich hier nur gelandet? Schnee im April. Zum Glück nicht viel. Aber es ist trotzdem eiskalt durch den Wind, obwohl fast den ganzen Tag blauer Himmel ist. Von weitem sehe ich den Berg, auf dem ich gestern noch war. Heute ist er schneebedeckt. Aber abends sehe ich in den News, daß es in anderen Gegenden Englands noch heftiger war.

Um 11h nehme ich den Bus nach Stennes (£1,40). Von hier ist das „magische Dreieck“ gut zu Fuß zu erkunden. Zuerst die Stones of Stennes, von denen allerdings nur noch wenige stehen. Dann zum Ring of Brodgar, der schon wesentlich imposanter ist, da davon einiges mehr übriggeblieben ist.


Ring of Brodgar

Zurück zur Hauptstraße. Von da eine 3/4 Meile zum Maes Howe. Erstmal Wärme tanken. Der Spaß kostet £2,50. Naja mag ja sein, dass es das tollste Grab in ganz Britain ist, aber ich bin mir sicher, daß es keinen markanten Eindruck in meinem Gedächtnis hinterlassen wird.

Interessant sind vor allem die in Runen gravierten Sprüche der Vikinger. Das reicht von „der Schatz ist verschwunden“ bis Lobpreisungen, daß der beste Runengravierer 'hier' am Werk war. Teilweise auch nicht viel höheres Niveau, als das der Leute, die sich in den Standing Stones verewigt haben. Naja immerhin ist im Preis ein Guide inklusive. Und danach gibt's noch ein interessantes Video über die Orkneys im Visitor's Center.

Weiter geht's an der Straße zurück nach Finstown (ca. 45 mins). Von hier mit dem Bus zurück nach Kirkwall (£1,10). der Busfahrer muß mich jetzt auch schon kennen ist nämlich immer derselbe. Kein Wunder so viele Busse fahren hier ja auch nicht. Die einzige Strecke die passabel befahren wird ist Kirkwall-Stromness. Den Rest kann man vergessen. Eine offizielle Broschüre sagt, daß das Busnetz in den letzten Jahren extrem verbessert worden sei. Aber das kann nur heißen, daß vorher gar keine Busse da waren.
 

14.04.99 (Orkneys: Westray)

Noch eine Steigerung. Wecker 6.00 Uhr. Was solls wohl sein. Die Fähren natürlich. Heute geht's um 7.20 nach Westray, selbst ernannte „Queen of the Isles“ ganz im Norden der Orkneys. Die Überfahrt kostet £4,8 Rtn für Studenten.
Der Pier in Rapness ist 8 Meilen vom einzigen Dorf, Pierowall, entfernt. Ich mache mich zuerst auf zum Castle Burrian, was eigentlich kein Castle ist, sondern eher ein Riesenfels. Schöne Klippen. Viele Vögel und dazu tosende Brandung.

Kurz danach hört es auch auf zu regnen und ich komme in den Genuß eines sagenhaften Regenbogens. Solange die Sonne scheint, ist es auch einigermaßen warm. Ab und zu ein paar Regentropfen, aber das Wetter ändert sich wirklich schnell hier.

Erstmal geht's an der Straße lang, aber viel Verkehr gibt's hier wirklich nicht. Richtung Osten geht's zum verlassenen Dorf Netherhouse, wo erstmal Picknick gemacht wird, windgeschützt und sonnig - sehr angenehm. Ab Kirbist geht's an der Steilküste nach Norden für ca. 8 km bis nach Noup Head. Entlang des Weges gibt es immer wieder atemberaubende Klippen Szenerie und massenweise Vögel, die überall in den Felsen hocken. Puffins gibt es leider keine. Die kommen erst im Mai - war ja klar die kommen auch erst zur Touristensaison.

Während dieser Strecke wird das Wetter immer schlimmer und es macht absolut keinen Spaß mehr. Insbesondere wenn der Wind von vorne kommt und man kaum noch vorankommt.

Irgendwann erreiche ich dann doch noch Pierowall. Naja einen Shop sehe ich nicht, muß wohl am Pier sein, aber da laufe ich jetzt nicht hin. Ich laufe zum Ortsausgang und nach einiger Zeit bekomme ich auch einen Lift für den Großteil der Strecke bis nach Rapness. Die letzten 2 Meilen laufe ich dann wieder.

Um 17.55 geht die Fähre zurück. Ziemlich kaputt komme ich um 8h im YH an. Morgen mach ich NICHTS!

15.04.99 (Orkneys)

Heute ist nicht viel passiert. Um 12h mit dem Bus von Kirkwall nach Stromness und wieder in Brown's Hostel im Center.
Am Nachmittag ein Stück an der Küste entlang gelaufen. Es gibt einige windgeschützte Bänke, wo man dann sogar „sonnenbaden“ kann. Ansonsten schone ich mich lieber mal für morgen. Ein letztes mal eine längere Tour die Küste entlang nach Norden zum Ziel der Pilgertour - Skara Brae. Da ich momentan das "Ultima Online" spiele hat der Ort für mich eine besondere Bedeutung.

16.04.99 (Orkneys: Skara Brae)

 

Erstmal ausschlafen, bevor der Trip nach Skara Brae beginnt. Zunächst geht's Richtung Outertown (sehr sinniger Name). Ziel ist die Küste. Dumm ist nur, daß die straße nur zu irgendwelchen Bauernhöfen führt. Da ich auch keine 1:1 karte habe, heißt das mal wieder über Zäune klettern. Dann noch eine kleine Erhebung und siehe an, oben auf dem Gipfel ist so etwas wie ein Pfad. Fragt sich nur wo der begonnen hat.

Doch dann der Schock. Habe ich doch tatsächlich meinen Fotoapparat vergessen, also kein Foto wie ich Skara Brae stürme und von der restlichen beeindruckenden Kulisse auf dem Weg.

Der Weg an der Küste entlang ist einfach brillant. Das ganze wird auch anfangs durch nahezu perfektes Wetter begünstigt, was heißt, daß es nur wenig kalt war, in der Sonne gut auszuhalten, und nur relative wenig Wind für Orkney Verhältnisse.

Der Weg ist sehr gut, meist wiesiger Untergrund. Erste Attraktion ist der Northgaulton Castle Sea Stack, sehr schön und natürlich Vögel, Vögel, Vögel.....

Auf der Höhe von Yeshaby fängts dann an zu hageln, bei dem Wind nicht unbedingt schmerzfrei, wenn man's mitten ins Gesicht bekommt. Also doch wieder Schal raus und vermummen. Die warme Wintermütze ist ja schon obligatorisch.

Bei Skara Brae kommt man dann in die Bay of Skaill, schöner Sandstrand (im Sommer). Es ist gerade Ebbe, da kann man gut am Strand laufen.

Dann der Einlauf nach Skara Brae, sehr spannend. Der Path führt nahezu durch die Hintertür direkt aufs Gelände. Eine leichte Sicherheitslücke. Es wird eine Pforte passiert und schon steht man mitten drin. Es gibt auch einen Guide, aber der scheint mich nicht zu bemerken, wie ich reinkomme. Irgendwann sieht er mich, kommt auf mich zu.... *bibber* ....entdeckt? Guide: „Can I help you?“... huh was will er nur?, naja ich sage noe, gucke nur, aber irgendwie scheint ihn das nicht zu interessieren, ob ich ne Karte habe. Er erzählt mir noch was, dann verdrück ich mich und er stürzt sich auf die nächste Gruppe. Ich wandere ein wenig übers Gelände, das durch einen Sturm im Jahre 1850 freigespült wurde. Naja ist halt alles 5000 Jahre alt und teilweise ganz interessant, aber ich werde das Gefühl nicht los, daß mir die £4 Eintritt echt leid getan hätten. Denn so alt die Steine auch sein mögen, so richtig haut es mich nicht um.

Am interessantesten ist noch das Visitor's Center und das ist eh frei. Hier gibt's interessante Bilder, Video und nette Touch Screen Animationen. Hier wird schon eher vermittelt wie das Leben vor 5000 Jahren war.


Skara Brae (von oben)

Für den Weg zurück nehme ich die Straße. 4 Meilen laufen, bis die Hauptstraße erreicht ist. Ab hier versuche ich zu trampen und siehe da mal wieder eine 50% Quote, gleich das zweite Auto hält an und bringt mich zurück nach Stromness. Die Leute sind hier wirklich sehr freundlich und hilfsbereit. Das habe ich auch von allen anderen gehört. Es ist wirklich kein Problem einen Lift zu bekommen, wenn denn mal ein Auto kommt.

Abend in Orkney: Morgen geht's zurück. Resümee? Es ist wirklich sehr schön hier, hat diesen gewissen magischen Insel Flair ... tja nur das Wetter. Also um diese Jahreszeit ist das hier nix. Im Sommer ist es bestimmt toll hier. Aber selbst dann kann es hier ziemlich kalt werden, wie ich gehört habe.

17.04.99

Also wieder da, wo alles begonnen hat. Glasgow, Blue Sky Hostel. Ansonsten ist heute nix passiert. Habe nur den ganzen Tag im Bus gesessen.
Zuerst aber noch die Fähre. 8.45 von Stromness nach Scrabster. Während der Fahrt kam mir schon so einiges komisch vor. Nämlich die Route war anders, keine gewohnte Landschaft. Diesmal wurde nämlich Hoy auf der anderen seite umkurvt, for whatever reason. Ich dachte schon ich sei auf der falschen Fähre und docke irgendwann in Aberdeen an, oder gar auf den Shetlands...

Der Captain hat es auf alle Fälle geschafft, auf einer Strecke von 1:45 eine ganze Stunde Verspätung rauszuholen. Ich habe mir schon Horrorszenarien ausgemalt, mit Zug fahren, Trampen oder was auch immer, auf alle Fälle nicht nach Glasgow kommen.

Aber siehe an, der Bus hat doch glatt 45 mins gewartet, bis 11.30. Und der Fahrer hat es doch tatsächlich geschafft die 45 Minuten Verspätung wieder rauszuholen, so daß wir um 14.30 pünktlich in Inverness ankamen. So habe ich noch den Anschluß Bus nach Glasgow um 14.45 bekommen und bin ca. 18.30 in Glasgow.

Tja das wars . Morgen geht's zurück nach good old Manchester...