West Highland Way

27.03.99 (Glasgow)

Erster Tag, heute morgen das Zimmer in Manchester geräumt, um 9.30 sitze ich im vielbesungenen 'National Express' Bus nach Glasgow. Das ganze kostet £21 Rtn und dauert 4 ½ Stunden. Eigentlich bin ich ja kein Freund des Busreisens, aber was solls, es ist hier einfach erheblich billiger als der Zug, und das Geld werde ich hier sicherlich noch brauchen. Es ist ja doch alles recht teuer hier.

14.00 Ankunft in Glasgow. Ein herrlicher Frühlingstag. So könnte es durchaus bleiben. Aber ich will mal nicht zuviel erwarten. Der erste Eindruck von Glasgow ist durchaus positiv. Sehr lebhafte Stadt und überhaupt nicht häßlich. Es wird nur relativ viel gebaut (die haben hier noch viel vor). Zuerst geht's zur Tourist Info am George Square zwecks Stadtplan. Danach zum Hostel.

Blue Sky Hostel,Berkeley Street 65, Tel. 0141/2217880

Dieses ist ca. 15 min Walk vom Stadtzentrum aus. Betten gibt's leider keine mehr, nur noch einen Platz auf der Couch im TV Raum. Naja dafür kostet es auch nur £8, morgen bekomme ich dann ein Bett, das kostet £10,50. Aber immerhin ist bei beiden Breakfast inklusive. Die offizielle JH nimmt stolze £12, ist wohl auch besser, aber man hat ja nicht so hohe Ansprüche...

Morgen werde ich dann die Sehenswürdigkeiten und einige Museen abklappern. Man glaubt es kaum, aber die sind angeblich alle umsonst. Das man hier auch mal was geschenkt bekommt, wow! Außerdem muß ich mal checken, wie ich denn nach Milngavie kommen, dem Startpunkt des West Highland Ways.

Man lernt im Hostel wirklich sehr gut Leute kennen. Nette Atmosphäre. Aber irgendwie fast nur Leute von Overseas, Aussies, Amis und Kanadier. Abends dann noch mit Australiern das Nightlife erkundet. Am Ende sind wir dann im Irish Pub hängengeblieben...


28.03.99 (Glasgow)

Die Nacht auf der Couch war besser als erwartet. Dafür wars der nächste Tag nicht. Ab 10h hat es den ganzen Tag ununterbrochen geschüttet. Gelegenheit die vielen Museen der Stadt anzusteuern. In dieser Hinsicht hat Glasgow wirklich eine Menge zu bieten. Und alles FREE.

Zunächst in die Art Gallery am Kelvingrove Park. Danach zum Transport Museum. Beides in der Nähe, aber auch nicht so umwerfend. Danach in der City in die McLellans Gallery, wo es eine Ausstellung über Sport und Design gab. Danach ins Museum of Modern Art. Beides wesentlich interessanter.

Dann noch ein Abstecher zur Kathedrale, die allerdings schon zu war. Naja ist auch eigentlich nix besonderes und von außen interessanter als von innen. Der Friedhof hinter der Kirche ist aber auch durchaus sehenswert. Wenn das Wetter nur nicht so besch... gewesen wäre....

Abends noch ins Kino: 'Waking Ned' - herrliche irische Komödie, die einem sagt, daß es auf der Isle of Man auch sehr schön ist und das man auch mal in der National Lottery spielen sollte. Back im Hostel noch ein wenig Glotze. Der TV Raum ist ziemlich überfüllt wie das ganze Hostel hier. Aber ausser der Frage, in welchen Pub man am Abend geht, scheint die nicht viel zu interessieren. Ich denke kaum, daß ich in den nächsten Tagen viele von denen treffen werde, da es dann kaum noch Public Transport gibt. 


29.03.99 (Day 1 - Milngavie -> Balmaha - 29,5 Km)

Start des West Highland Ways. Zuerst mit dem Zug in den Vorort Milngavie (ausgesprochen Muh-Gai). Die Züge verkehren relativ oft, und die Fahrt dauert ca. 20 min.

Von dem Moment, in dem man den Bahnsteig verläßt ist alles sehr gut ausgeschildert. Schnell noch ein Picture geschossen am offiziellen Startpunkt, und dann geht's los. Die ersten Meilen laufen sich recht einfach, kaum Steigungen und guter Weg. Sehr schön ist das Stück durch Mugdock Wood. Nach 6 Meilen ändert sich dies. Die Strecke wird recht öde und teilweise gleicht der West Highland Way eher einem West Highland Bach. Naja Schuhe und Hose sind schon braun, aber egal.

Ab Meile 10 geht's auf der Straße weiter. Zwar nicht unbedingt schön, aber immerhin nicht matschig. So geht's dann weiter bis nach Drymen. Dort angekommen, entschließe ich mich noch weiterzulaufen bis Balmaha (ca. 6 Meilen weiter), weil es dort laut Karte ein Bunkhouse geben soll, in Drymen jedoch nicht.

Kaum habe ich den Garadhban Forest erreicht, fängt es das erste Mal an kurz zu regnen. Aber der gute Weg wird durch die hohen Tannen gut geschützt. Es erinnert ein wenig an einen deutschen Fernwanderweg. Mit Bäumen ist ja Schottland ansonsten nicht so gesegnet. Kurz nach Meile 15 kann man sich entscheiden, ob man die harte Alternative über Conic Hill (1175 ft) oder die Softie Route an der Straße entlang nehmen will. Ich habe die harte genommen. Wenn schon dann richtig. 

Naja unterwegs habe ich mich ein paarmal dafür verflucht. Es war doch recht schlauchend, und meine Füsse wollten nach bereits gelaufenen 25 km auch nicht mehr so richtig. Aber dafür wird man oben mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Der Abstieg war auch nicht ohne, da der Weg recht steil und steinig war. Tja das ist das schöne am Radfahren. Da kann man sich wenigstens auf bergrunter fahren freuen. In Balmaha gibt es zwei Hotels die Bunkhouse Accomodation anbieten. Ich war im

Highland Way Hotel, Tel. 01360-870270

Das andere ist direkt gegenüber. Sieht ein wenig einladender aus, war aber schon voll. Im anderen hatte ich das ganze Haus für mich allein. Es hat £12,50 gekostet. Nicht gerade preiswert. Aber dafür hatte ich ein Doppelbett, Waschbecken und sogar Glotze auf dem Zimmer.


30.03.99 (Day 2 - Balmaha -> Rowardennan - 12km)

Der nächste Morgen: Es sieht wieder gut draussen aus. Tja, mit dem Wetter habe ich ja bisher echt Glück gehabt. Und es sollte sogar noch besser werden.


Balmaha Hafen

Blick von Craigie Fort

Nachdem man das idyllische Balmaha hinter sich gelassen hat, geht es zunächst hinauf aufs Craigie Fort, wo es schonmal eine schöne Aussicht auf Loch Lomond gibt. Danach geht's am wunderschönen Seeufer entlang. In Milarrochy gibt's einen Campingplatz mit Shop. Den habe ich auch nötig. Denn in Balmaha gibt's nämlich keinen (nicht wie es auf der Karte steht).

Zwischen Meile 20 und 21 wird der gesamt Wald zwecks gezielter Wiederaufforstung abgehackt. Eins von vielen 'MiIllenium-Projekten'. Deswegen geht's ein Stück an der Straße weiter, die aber nicht allzu befahren ist.

Nach Meile 25 kommt man in den Ross Wood, den für heute härtesten Anstieg. Auf dem weiteren Weg nach Rowardennan passiert man viel abgeschlagene Bäume. Da haben sie ja wirklich viel vor hier.

Rowardennan besteht eigentlich nur aus einem Hotel, etwas weiter dem Pier und einem grossen Parkplatz, da hier der Weg zum Ben Lomond (südlichster Munro Schottlands, über 3000 ft) beginnt. Die Fähre zur anderen Seite des Sees fährt allerdings erst ab Ostern (also nächste Woche). Eigentlich wollte ich ja auch noch ein wenig den Ben Lomond hoch nach der kurzen Tour heute. Aber meine Füsse wollten irgendwie nicht mehr. Da schon ich mich lieber für die anstrengende Strecke morgen. Das Bett in der Crianlarich Juhe ist gebucht. Aber ob ich es erreichen werde? Immerhin gilt das Stück als das härteste der gesamten Strecke.

Heute übernachte ich im

Rowardennan YH, Tel. 01360 870259
Das Hostel ist super gelegen, direkt am See. Die Zimmer sind gut (4er) und es gibt einen recht guten Shop. Am Nachmittag habe ich noch Zeit mich am See in die Sonne zu legen - und das im März - einfach erstaunlich....

Kurz vor Rowardennan
 

31.03.99 (Day 3 - Rowardennan -> Crianlarich - 32 Km)

Puh, ich habe es tatsächlich geschafft. Aber wie. Es war eine echte Quälerei. Nicht unbedingt weiterzuempfehlen. Aber von vorn:

Man wird hier wirklich zum Frühaufsteher. Um 7.00 bin ich auf. Tja was soll man auch machen, wenn der Rest des Zimmers auch aufsteht. Naja um 8.00 bin ich auf der Piste. Die Füße sind wieder einigermassen in Schuß, nur die Fersen schmerzen ein wenig.

An der Ptarmian Lodge (Meile 27) teilt sich der Weg. Entweder am Ufer lang, oder hoch am Berg entlang. Ich entscheide mich für letzeres, da der Uferweg bestimmt matschig ist. Dafür geht's beim anderen Weg erstmal berghoch, aber nicht so steil. Der Weg ist immerhin sehr gut. Das ändert sich, nachdem sich beide Pfade wiedervereinigt haben (Meile 30). Bis nach Inversnaid geht es immer munter rauf und runter über Stock und Stein, teilweise auch mit ein wenig kraxeln, um nicht völlig durch den Matsch laufen zu müssen.

In Inversnaid gibt es ein Hotel und einen recht hübschen Wasserfall. Das nächste Stück bis zu Rob Roy's Cave (Meile 34) ist recht gut zu laufen. Die sogenannte 'Cave' ist aber mehr ein Haufen von grossen Felsbrocken. Irgendwo steht groß in weiß Cave angemalt. Sonst würde man das wohl glatt vergessen.


Rob Roy's „Cave“

Das folgende Stück bis ca. Nach Doune Bouthy hat es dann nochmal in sich. Die Hütte selbst soll Wanderern Schutz bieten. Mehr aber auch nicht. Zum Übernachten würde ich diesen rauchigen Schuppen aber nicht empfehlen.

Das Stück bis zur Beinglas Farm läuft sich dann wieder ganz gut. Zwar ein wenig Steigung, aber guter Weg. Auf dem Campingplatz kann man auch in großen Wigwams ohne eigenes Zelt übernachten. Auf dem Stück kommt mir ein schottisches Ehepaar entgegen. Auf die Frage nach meinem Tagespensum bekomme ich ein „Brave Man“ zu hören ... und das von einem Braveheart...

Ab hier läßt meine Kraft rapide nach, und es wird zur reinsten Quälerei. Zunächst geht's auf einer Schotterpiste. Aber auch darauf kann ich schon nicht mehr laufen, da ich jeden Stein einzeln spüre. Immer muß man aufpassen, daß man nicht umknickt.

Bis Meile 43 geht es entweder auf Steinpfaden oder durch total matschige Wiesen. Hier stelle ich dann auch meinen bisherigen „Brech-im-Schlamm-ein-Rekord“ auf. Also meine Hose, die mal beige war, ist jetzt endgültig braun.

Beim Carmyle Cottage entschließe ich mich dann auf der Straße weiterzulaufen für die letzten 2 Meilen. Auf noch einen Ausflug über steinige Pisten hatte ich echt keine Lust mehr. Naja ist zwar auch nicht besonders schön mit den vorbeibrausenden Autos, aber immerhin ist der Untergrund eben.

Irgendwann ist dann auch Crianlarich erreicht. Ich habe mich bestimmt noch nie so auf ein Ortsschild gefreut. Der Shop hat natürlich schon zu als ich um 17.30 - nach 9,5 Stunden - ankomme. Also wieder nur Büchse aus dem Juhe-Shop. Bevor es ins Bett geht gönne ich mir noch ein Pint im lokalen Pub.


Endlich in Crianlarich 
 

01.04.99 (Day 4 - Crianlarich -> Bridge of Orchy - 22,4 Km)

Heute mal wieder „nur“ 14 Meilen - zur Entspannung. Naja hatte ich mir so gedacht. Aber wenn einem die Füße schon am Morgen beim Aufstehen wehtun, ist damit eher nix.

Während der Anfang auf der Karte wie ein lockerer Waldspaziergang aussieht, ist er das in der Realität ganz und gar nicht. Es ist mal wieder recht steinig und geht rauf und runter.

Nachdem die Straße passiert ist geht es für 1 ½ Meilen recht gut voran. Dann geht's wieder durch den Matsch. Es ist erstaunlich, was Karten hier alles als Wald kennzeichnen, nur wenn ab und zu mal ein Baum in der Gegend steht.

Danach geht's nach Tyndrum (Meile 52). Hier gibt es u.a. einen 'Little Chef' Fast Food und - weitaus wichtiger - einen Hiking Shop, wo man alles kaufen kann, was man vergessen oder verloren hat. Oder alles für angeschlagene Füße. Sowas habe ich mir dann auch besorgt. Kurz vor Tyndrum liegt die Auchertyre Farm, wo es wieder Wooden Wigwams gibt. Sieht ganz nett aus, auch mit Kochgelegenheit. (£8)

Hinter Tyndrum geht's auf gutem Pfad entlang der Eisenbahnlinie und vorbei am Fuße des Beinn Odhar (2948 ft). Dahinter thront der Beinn Dorain (3524 ft), auf dessen Gipfel noch schnee liegt, wie so ziemlich auf allen hohen Bergen hier. Schon komisch unten schwitzt man sich zu Tode und in der Ferne liegt Schnee.

Ja das Wetter war heute auch wieder gut, kein Regen, ein wenig Sonne und recht warm, nur ein wenig diesig, so daß man nicht so weit gucken kann.

Ab Meile 55 läuft man eine Weile an einem plätschernden Bach entlang. Dann geht es weiter am Beinn Dorain entlang, der jedoch aus der Ferne wesentlich imposanter aussieht. Mit letzter Kraft schleppe ich mich dann ins

Bridge of Orchy Hotel, Tel. 01838 - 400208

Eigentlich ein recht nobler Schuppen, aber sie haben auch ein Bunkhouse. Kostet £9 im Zweibettzimmer (ohne alles). Meins habe ich für mich allein. Naja dafür schlagen sie beim Bettzeug-mieten und Frühstück zu. Gut daß ich meinen Schlafsack dabei habe und heute morgen Brot gekauft habe. Das Geld lasse ich lieber an der hauseigenen Bar. Kochen kann man hier leider nicht. Naja Shops gibt's eh keine. Wieder so ein Dorf, daß nur aus einem Hotel besteht.

Eigentlich habe ich ja heute auf dem Weg meinen ursprünglichen Plan verworfen, direkt weiter nach Kinlochleven zu laufen. Ich wollte nur bis nach Kingshouse und von da mit dem Bus nach Glencoe. Doch leider ist das Hostel da schon voll. Also heisst es mal wieder 30 km für morgen. Meine Füße springen jetzt schon vor Ekstase. Gleich werde ich mal versuchen, das Waschbecken in ein Fußbad umzufunktionieren.


Freundliche Zeitgenossen 

02.04.99 (Day 5 - Bridge of Orchy -> Kinlochleven - 32 Km)

Wow, was für ein Tag. Bis jetzt mit Abstand der Highlight der Tour.

Aufgestanden wieder sehr früh, da 30 Km anstanden. 8.00 auf der Piste und obwohl es über Nacht geregnet hat, verspricht es ein super Tag zu werden.

Am Anfang der Route nehme ich den Umweg über die Straße nach Inveroran. Das ist zwar eine Meile mehr, aber dafür ist wenigstens der Untergrund berechenbar.

Hinter Victoria Bridge geht es so langsam in Richtung Moor. Mit der Zeit wird das Wetter richtig gut. Die Sonne ist heiß, nur leider bleibt es diesig. Der Weg durch das Moor ist sehr gut und breit und die Aussichten sind beeindruckend. Hinter Ba bridge geht es für ca. 1,5 Meilen den Berg hoch. Den Gipfel markiert ein Gedenkstein an Mr Fleming, dem Erfinder von James Bond, dessen Familie hier ein ziemlich großes Anwesen hat.


Loch Tulla

Rannoch Moor

Danach geht es nahezu kontinuierlich bergab nach Kingshouse Hotel. Nach einem Stück an der Straße geht es wieder den Berg hoch. Der Weg ist jetzt nicht mehr so gut und wird auch so bleiben. Von weitem sieht man immer wieder den Buachaille Etive Mor, ein Berg nahezu aus dem Bilderbuch - sehr beeindruckend.


Cottage mit Buachaille Etive Mor im Hintergrund

Dieser wird links liegen gelassen, bevor es an den Aufstieg zu Devil's Staircase geht. Naja ganz so teuflisch ist der Berg nicht, aber trotzdem recht anstrengend. Es ist ja auch schließlich mit 1850 ft der höchste Punkt des WHW. Vom Gipfel hat man eine ausgezeichnete Aussicht und alle Schmerzen sind mal wieder für einen Augenblick vergessen.


Devil's Staircase - da ging's hoch

Devil's Staircase - da geht's wieder runter

Danach geht es abgesehen von einigen kurzen Steigungen runter nach Kinlochleven. Am Ende sogar ziemlich steil. Mal wieder zeigt sich, daß die letzten 2 Meilen die härtesten sind. Mühsam schleppe ich mich das letzte Stück nach Kinlochleven. Immerhin hat der Supermarkt noch auf. Man merkt, daß man wieder in so etwas wie einer Stadt ist.

Fest entschlossen morgen einen Ruhetag einzulegen, kaufe ich kräftig ein. Aber nur um dann im Hostel enttäuscht zu werden. Morgen ist alles voll. Wie in der ganzen Umgebung. OSTERN!! In Fort William habe ich auch alles angerufen, null Chance. Ich weiss echt nicht, wo ich morgen bleiben soll, vielleicht fahre ich auch direkt weiter nach Skye, wenn es nicht anders geht.

In Kinlochleven übernachte ich in der

West Highland Lodge, Tel. 01855/831471

Kostet £7 ohne alles, und es gibt ne gute Küche, TV Raum, alles in allem recht nett.


03.04.99 (Day 6 - Kinlochleven -> Fort William - 24 Km)

So, es ist geschafft. Wer hätte das gedacht, daß die Läuferei am Ende zum geringsten Problem wird. Viel schwieriger ist es, eine Unterkunft zu finden.

Um 8.00 laufe ich los. Noch ein verzweifelter letzter Anruf in der Armadale (Skye) Juhe. Und siehe an, es ist sogar noch was frei. Fragt sich nur ob ich heute noch nach Skye komme.

Gleich nachdem man aus Kinlochleven rauskommt, geht es extrem steil den Berg hoch. Fast noch fieser als Devil's Staircase, weil man hier immer von Bäumen umgeben ist und nie weiss wann man denn endlich oben ist. Insgesamt kommt man auf 1400 ft. Aber ausnahmsweise lohnt sich die Aussicht mal nicht so sehr.

Wenn man oben ist, geht's auf der alten Militärstraße weiter – mal wieder - und meine Füße bekommen schon das Grausen. Ca. 5 Meilen geht es so durch menschenleere Täler, ab und zu sieht man Ruinen, aber sonst nichts. Nur Schafe und die sch... auch noch den eh schon schlechten Weg voll.

Bei Meile 87 erreicht man dann einen Wald. Nur leider bleibt der Weg - oder sollte man sagen Geröllpiste - derselbe für die nächste Meile.

In Blar a Chaorainm kann man eine Alternativroute nehmen. Diese führt einen auf einer ebenen Straße in 4,5 Meilen nach Fort william, anstatt 6 Meilen auf der regulären Route durchs Glen Nevis. Da ich es eilig habe und das Glen Nevis eh schon kenne, nehme ich die Abkürzung.

Ca. 13.30 bin ich in Fort William. Strebe direkt zur Train Station. Der nächste Zug fährt um 16.30 und ist um 6h in Mallaig. Ob es dann noch eine Fähre nach Skye gibt, kann man mir hier leider nicht sagen - KLASSE! Also zur Touri Info in der Stadt. Tja Pech, die letzte Fähre geht um 5h - echt gut koordiniert. Also gut, Alternative A: Nur mit dem Zug nach Mallaig. B: Bus nach Skye, allerdings über Kyle of Lochalsh. Aber leider beide nicht möglich da in der ganzen Gegend alle Hostels voll sind. Langsam hasse ich Ostern wirklich.

Ich gewöhne mich schon an den Gedanken im Bahnhof zu schlafen. Letzte Chance: Touri Info. Nun ja da vermittelt man mir ein B&B für £16 + £1,50 Vermittlungsgebühr. Naja gönnen wir uns mal was. Dafür ist das Zimmer auch echt gut. War wohl mal ein Kinderzimmer, alles mit Plüsch und so, und sogar eigene Glotze. Das ist auch ganz praktisch, denn meine Beine wollen mich heute nirgends mehr hintragen.


Endpunkt des West Highland Ways