Teil 4: Muktinath - Jomson - Pokhara

Day 14

01.12.2007

[ Muktinath (3800m) – Kagbeni (2800m) – Jomson (2700m) ]

Wir wollen heute auf einem Alternativweg nach Kagbeni gehen – nicht auf der Hauptstraße. Unser Guide ist nicht so begeistert, da er meint der Weg sei gefährlich. Vermutlich kennt er sich nur nicht so gut da aus. Naja ist die einzige Meinungsverschiedenheit bisher. Er meint wir müssten eine Strafe zahlen, weil wir da nach Mustang kommen, was nur mit einer Special Permit von 700 USD besucht werden darf. Aber ich hatte im Internet gelesen, dass der Weg frei ist.

Er nimmt die Straße und wir verabreden uns in Kagbeni. Wir starten gegen 9 Uhr. Weil wir nicht steil nach Dzong ab- und aufsteigen wollen, machen wir eine große Kehre am Muktinath Tempel vorbei. Wir passieren die Hot Showers, die Andrew Stevenson in seinem Buch beschrieben hat. Damals war das noch etwas besonderes. Heute hat fast jede Lodge heißes Wasser und die Duschanlage ist verlassen.


Muktinath

 

Dorf zwischen Muktinath und Dzong

 

Im ersten Dorf mache ich ein paar Fotos und lasse die anderen vorgehen. Am Ende des Dorfes sind sie weg. Es stellt sich heraus, dass sie sich verlaufen haben – im Dorf. Wenn man mal einen Italiener vorgehen lässt ;-)

Der Weg nach Dzong ist ansonsten traumhaft schön. Immer mit Blick auf Dhaulagiri (8167m) im anderen Tal. Das Kloster und die Ruinen von Dzong sind auch absolut sehenswert. In Dzong beginnt ein markierter Trail nach Kagbeni. Er ist sehr gut mit roten Pfeilen und Strichen markiert. Der Weg ist sehr schön und abwechslungsreich, wesentlich besser als der Hauptweg, wo auch Jeep Verkehr ist.

Dzong

Nach einer Weile kommen wir in eine Gegend die weiß ist. Erst denken wir es ist Schnee. Aber es ist Salz! Nach einer gewissen Zeit bleiben die roten Striche aus. Aber wir sind immer auf dem Hauptweg geblieben. Der Weg driftet auch immer mehr nach rechts – nach Mustang hinein. Später erfahren wir, dass wir wohl irgendwo eine Abzweigung nach links verpasst haben, die aber auch ziemlich gefährlich ist, da es steil zum Fluss runter geht. Unser Weg dagegen eröffnet einige Blicke ins verbotene Mustang. Zum Schluss geht es steil runter nach Kagbeni.

Khushang erwartet uns aufgeregt am Ortseingang und meint wir wären falsch gelaufen uns müssten uns jetzt am Police Checkpoint vorbeischleichen. Aber ich denke wir haben uns nichts vorzuwerfen, daher gehen wir zielstrebig ins Dorf. Ein Polizist geht direkt an uns vorbei. Sagt aber gar nichts. War also wohl doch nicht so schlimm.

Die Guesthouse Besitzer in Kagbeni haben versucht uns durch besonders langsamen Service bis zum Abend da zu halten. Aber wir wollen noch weiter nach Jomson. Dieses Stück stellte sich als ziemlich unangenehm heraus. Stürmischer Wind mit Sandboen die ganzen zwei Stunden nach Jomson. Dazu fahren auch noch Jeeps und Traktoren auf der Strecke.

Jomson zieht sich ewig in die Länge. Eine schreckliche Stadt. Als wir gehen 5 Uhr ankommen ist es schon fast dunkel. Es ist fast eine Geisterstadt. Keinerlei Charme. Die Hotels sind auch alle nicht so toll. Wir sind im Majesty Hotel. Die Zimmer sind ganz gut, aber die Dining Hall hat den Charme einer russischen Bahnhofshalle.

Day 15

02.12.2007

[ Jomson (2700m) – Kalopani (2530m) ]

Immer wenn ich in Jomson bin, ist das Wetter schlecht. Das war schon vor 8 Jahren so. Es ist bewölkt und zieht immer mehr zu. Auf der anderen Seite des Passes hatten wir jeden Tag super Wetter.

Dazu kommt auch noch starker Gegenwind wie gestern. Es ist eine Qual. Am schlimmsten ist es zwischen Marpha und Tukuche. Lunch gibt es in Larjung im“Musk Deer Valley“. Bestes Lunch bisher. Sehr zu empfehlen.

Das restliche Stück bis Kalopani ist dann angenehmer zu laufen. Die Hotelsuche dort gestaltet sich allerdings schwierig. Das erste gute Hotel (See You) war uns zuerst zu teuer, aber die anderen waren alle schlecht, also besinnen wir uns. Wenn man wochenlang 1 Euro für die Übernachtung zahlt, kommen einem 5 Euro ziemlich viel vor. Aber wenn man mal drüber nachdenkt, eigentlich schon lächerlich…

 

Day 16

03.12.2007

[ Kalopani (2530m) – Tatopani (1200m) ]

Das See You ist dann auch sehr gut. Das Frühstück geht rasend schnell. Ein zusätzlich bestellter Pfannkuchen ist in 5 Minuten da. Das kennt man hier sonst gar nicht.

Das Wetter ist wieder schlecht. Sehr bewölkt. Beim Mittag in Rupse Chahara regnet es sogar. Bis Ghasa läuft man auf dem Jeeptrack. Viel Verkehr ist jedoch nicht. Auf dem ganzen Stück nur zwei.

Zwischen Ghasa und Kopchepani kommen wir zu unserem ersten kleinen Maoisten Erlebnis. Es ist aber eher zum Schmunzeln. Sie haben da eine rote Fahne aufgehängt. Ein junger Mann grüßt mich mit „Namaste. This is a Maoist Checkpoint“. Er fragt, ob wir schon woanders gespendet haben. Da das ganze überhaupt nicht furchterregend sondern eher lächerlich aussieht, gehen wir mit „No Thanks“ einfach weiter.

Das restliche Stück nach Tatopani geht in 2 Stunden auf der Straße, die aber nicht befahren wird. Man muss aber sagen, dass die Straßenbauarbeiten auf dieser Seite deutlich professioneller laufen als auf der Manang Seite.

Day 17

04.12.2007

[ Tatopani (1200m) – Beni (830m) – Pokhara ]

Obwohl das Wetter wieder etwas besser wird, entscheiden wir uns, nicht nach Ghorepani/Poon Hill zu gehen. Knie und Achillesfersen schmerzen und wie schon beim letzten Mal ist nach dem Pass irgendwie die Luft raus. Also gehen wir bis Beni, bzw. Tiplyan, wo es Jeeps gibt. Bis dahin geht es ziemlich viel auf der Straße entlang. Zweimal muss man aber ziemlich steil auf und wieder absteigen, da auf den Straßenstücken noch gearbeitet wird.

In Tiplyan nehmen wir ein Taxi (700 NRP), da wir nicht warten wollen, bis der Bus voll ist. Sowohl da als auch in Beni gibt es bei den Taxifahrern eine „Warteschlangen-System“. D.h. man kann sich nicht einfach einen Fahrer aussuchen sondern muss den nehmen der dran ist. Preisverhandlungen macht man direkt mit der Taxi Mafia.
Unser Fahrer von Beni nach Pokhara gefällt mir auf Anhieb nicht. Erst hat er keine Papiere dabei und muss den Polizisten mit 100 NRP schmieren dann geht ihm mitten auf der Strecke das Benzin aus. Kurzerhand wird bei einem entgegenkommenden Taxi eine 1l Flasche abgepumpt. Damit kommen wir ins nächste Dorf uns schließlich nach Pokhara.

[ Pokhara & back to Kathmandu ]

Mit Pokhara werde ich einfach nicht richtig warm - genau wie vor 8 Jahren. Es ist so eine Mischung aus Dorf und Stadt - da wo die Touristen alle sind - in Lakeside - ist es mehr Dorf. Aber Dörfer hat man auf dem Trek dann auch schon genug gesehen. Wenn schon Zivilisation dann lieber richtig - so wie in Kathmandu.

Bevor es zurück geht, ein kurzes Fazit:

  • Der Tilicho Lake war das absolute Highlight - insbesondere der Weg dorthin.
  • Die Kali Gandaki Seite (Jomson) kann ich nicht mehr empfehlen - unabhängig vom Wettergott. Hier wird es nicht mehr lange dauern, bis die Strasse komplett ist und es macht auch jetzt schon wenig Spaß hier zu laufen. Die Bauarbeiten machten auf mich auch einen erheblich professionelleren Eindruck als auf der Manang Seite.
  • Ich denke auf der Manang Seite wird es noch etwas dauern bis die Strasse komplett ist. Aber ehrlich gesagt fand ich es manchmal auch nicht schlecht, als der Weg mal etwas breiter war. Nach dem ewigen Auf und Ab über Steine der ersten Tage ;-) Zum Glück waren aber noch keine Autos da...
  • Auch wenn die Strasse da ist, wird es hier denke ich einige Alternativrouten geben, die die Strecke weiterhin lohnenswert machen. 
  • An Sidetrips kann ich auf alle Fälle die Alternativroute von Muktinath nach Kagbeni über Dzong empfehlen. Sie ist traumhaft. Auch der Eastern Bank Trail von Besisahar nach Bhulebhule und die Upper Route von Pisang sind sehr zu empfehlen, aber werden ohnehin (zumindest bei letzterem) von fast allen gegangen.
  • Strom unterwegs war gar kein Problem. Ich hatte einen Ersatzakku für meine Digitale Spiegelreflex. Man hätte theoretisch fast überall aufladen können (manchmal kostenpflichtig). Auf der Kali Gandaki Seite hatten wir oft auch Strom auf dem Zimmer (besser für teurere Geräte wie iPod).
  • Theoretisch kann man inzwischen fast in jedem Ort ein Zimmer mit eigenem Bad bekommen (nur nicht ganz oben und nur wenn man sich an die halbwegs gängigen Stops hält). In der Hauptsaison wird es aber schwierig. Bei uns war die Saison zwar schon fast zu Ende, aber gegen eine Gruppe die ihre Leute vorschickt um Zimmer zu reservieren hat man auch dann keine Chance.
  • Zum Geld...wir haben auf den Trekking Tagen ca. 14 Euro p.P. für alles gezahlt. Da war dann auch schon das ein oder andere Bier und Yak Steak mit drin. Generell wird es natürlich teurer je höher man kommt.

Pokhara

Auf dem Weg zurück nach Kathmandu


Streik der Müllabfuhr in Thamel (Kathmandu)
 

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