Wir machen eine 2-tägige Trekking Tour in die Hügel rund um Kalaw. Die freundliche Frau aus dem Winner Hotel hat uns zusammen mit einem anderen Paar einen Guide vermittelt. Ronald ist schon etwas älter, hat einen lustigen indischen Akzent und entpuppt sich als sehr guter Führer. Er erzählt sehr viel über die Vegetation und in den Dörfern, die wir passieren, scheint er fast jeden zu kennen.
Während andere Gruppen mit jüngeren Führern oft nur „durchrauschen“ bekommen wir so einen sehr guten Eindruck vom Dorfleben. Wir übernachten in einem Danu Dorf, bei einer Familie, die Ronald auch sehr gut kennt. Das Essen ist ausgezeichnet. Es ist kalt, aber es gibt genügend Decken. Vor dem Schlafen versammelt man sich an der Feuerstelle um sich aufzuwärmen. Sehr gemütlich.
Zweiter Tag der Wanderung. Es ist wieder sehr schön. Nur die Hitze ist etwas anstrengend. Wir sehen viel vom Landleben, einige Mönche, einen Markt… insgesamt sehr sehenswerte Tour – auch durch den sehr guten Guide!
Wir mieten uns ein Taxi über Pindaya zum Inle See (mit dem anderen Paar zusammen). Kostet insgesamt 40 USD. In einen Bus will von uns keiner mehr steigen.
Die Fahrt nach Pindaya sollte eigentlich sehr schön sein. Aber alles ist jetzt schon sehr trocken und karg. Die Höhlen von Pindaya mit ihren 8000 oder mehr goldenen Buddha Figuren ist ganz schön, aber man muss nicht unbedingt den Umweg dafür machen.
Am Nachmittag kommen wir am Inle See in Nyaungshwe an. Alle guten Hotels, die wir uns rausgesucht hatten, sind voll. Wir landen schließlich in einem recht neuen Hotel ziemlich weit draußen (Manaw Thukla). Ist zwar recht preiswert, hat aber wenig Charme und Atmosphäre.
Wir mieten ein Fahrrad, aber durch die Hitze und die schlechte Straße macht es nicht wirklich Spaß radzufahren. Die Straße ist auch nicht direkt am See, also lohnt das auch nicht wirklich…
Der Ort Nyaungshwe ist auch eine Enttäuschung. Ist im Grunde auch nur eins von vielen „Käffern“ in Myanmar. Das im Reiseführer beschriebene „Traveller Flair“ suche ich hier vergeblich. Es gibt zwar viele Restaurants die Pasta und Pancake anbieten, aber das ist dann auch alles.
Insgesamt ist das Essen in Myanmar nicht unbedingt ein Highlight und auf Dauer auch ziemlich eintönig. Es ist so eine Mischung aus chinesisch, thailändisch und indisch, ohne auch nur annähernd an das eine oder das andere heranzukommen.
29.12.2006Heute haben wir eine Bootsfahrt auf dem See gemacht. Die Landschaft am See und in den Kanälen ist sehr schön und auch die Bootsfahrt ist sehr entspannend. Aber die angesteuerten Stops waren nicht wirklich Highlights und alles war sehr touristisch.
Der Markt in Taung Tho ist ein ganz normaler Markt, die es überall gibt. Danach besucht man diverse Handwerksbetriebe. Silberschmied, Schirmmacher, Seidenweber und Zigarrendreher. In einem Shop gibt es auch die Frauen mit den goldenen Halsringen – wie im Schaufenster ausgestellt!
Der Ausflug nach Indein lohnt nur wegen der Anreise. Der Ort selbst ist nicht sehr sehenswert und auf dem Weg zu den Pagoden reiht sich über hunderte von Metern ein Souvenirstand an den nächsten. Die Preise die hier verlangt werden sind auch jenseits von gut und böse…
Interessanter ist da noch das Floating Village, wo die Häuser direkt auf Stelzen am Meer gebaut sind. Zum Abschluss noch ein Kloster wo Katzen herum hüpfen… meist zu schnell für die Kameras…
Der Sonnenuntergang am Inle See war okay, aber auch nicht überragend. Passt in Grunde zum Gesamteindruck des Sees. Meines Erachtens wird die Gegend etwas überbewertet und ist für Myanmar Verhältnisse schon ziemlich vom Tourismus verdorben. Landschaftlich ist es zwar sehr schön, aber kann z.B. Yangshuo/Guilin in China nicht das Wasser reichen…
Zum Abschluss der Reise waren wir noch ein paar Tage in Ngapali am Meer. Sehr schön langer Strand und fast keine Menschen da. Auf Dauer für meinen Geschmack schon etwas zu ruhig da. Aber besser so als Phuket & Co…
Zusammenfassend kann ich zu Myanmar sagen: Der Zustand der Städte und der Infrastruktur ist teilweise wirklich erbärmlich. Die Sehenswürdigkeiten – insbesondere Bagan – sind toll und einzigartig auf der Welt, aber das Reisen ist doch sehr beschwerlich und macht wenig Spaß durch die schlechte Infrastruktur. Es sei denn man fliegt jede Strecke. Aber dann sieht man sehr wenig vom Land und das kann es ja auch nicht sein…
Auch was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, ist es hier äußerst schlecht wenn man es mit anderen Ländern der Region vergleicht und auch wenn man das Wohlstandslevel des Landes sieht. Da kann man sich denken, wo das Geld bleibt…
Einerseits kann man natürlich warten, bis die touristische Infrastrukur besser wird, andererseits birgt das auch die Gefahr, dass einmalige Sehenswürdigkeiten wie Bagan ihren Charme verlieren. Nachgebaute Pagoden und einen Aussichtsturm gibt es schon. Wer weiß wohin das noch führt…