
Iran - wohl bisher das "exotischste" aller bisherigen Länder. Es ist schon etwas anders. Die Fraün laufen in langen Umhängen und nur mit Kopftuch rum, in Bussen sitzen Männer streng vorne und Frauen abgetrennt hinten (ein bizarrer Anblick wenn sie alle schwarz verhüllt sind) und es gibt keinen Alkohol.
Ansonsten ist das Reisen problemlos. Das Bus System ist sehr gut und die Iraner sehr freundlich, wenn man nicht mehr weiter weiss. Nur die Behörden sind nicht so problemlos. Während ich überall gehört habe, dass man Transit Visa relativ einfach verlängern kann, ist das in der Realität wohl nicht mehr so. Ich habe gerade mal 6 Tage bekommen (zu den 7 vom Transit Visum). Hoffentlich kriege ich noch eine Extension.
Viele Städte habe ich bisher noch nicht gesehen. Teheran war die absolute Hölle, die ich nur 2 Stunden ertragen habe. Dann hab ich mich in den Bus gesetzt. Der schlimmste Verkehr den ich je gesehen habe. Dazu Pollution. Und wirklich zu sehen gibt es auch nichts ausser Museen. Eigentlich wollte ich ja über Nacht bleiben. Aber nach der Besichtigung von 2 Hotels hab ich das gelassen. Sie waren besch... und nicht mal billig. Überhaupt ist Iran teurer als ich gedacht habe. Insbesondere Hotels. Essen geht noch so. Ist aber auch nicht besonders gut im Vergleich mit Middle East und Turkey.
Zweiter Stop war Eshfahan, wo ich jetzt bin. Hier ist es schon besser. Und die berühmte Emam Mosque mit ihren blau-türkisen Vertafelungten ist schon beeindruckend. Auch sonst ist die Stadt sehr relaxed. Aber die ebenfalls recht berühmten Brücken mit ihren Teahouses sind eher enttäuschend, denn der Fluss hat leider überhaupt keinen Tropfen Wasser. Und auch die Teehäuser sind nicht so spannend. Ok man kann Tee trinken und Wasserpfeife rauchen. Aber die Iraner dürfen nicht spielen! Das ist ja nicht in Allahs Sinne. Nur Schach ist seit ein paar Jahren erlaubt. Aber nicht in der Öffentlichkeit...
Nach Eshfahan war ich in Yazd, Shiraz und Bam, wobei ich mir Persepolis gespart habe. Denn mir war nicht nach Ruinen und Säulen. Hab ich schon genug von gesehen.
Yazd war sehr nett mit einer interessanten Altstadt und sehenswerten Moscheen. Dagegen hat mir Shiraz weniger gefallen. Lag vielleicht auch daran dass die Hitze unerträglich wurde.
Also bin ich schnell weiter nach Bam, dessen Altstadt mit Fort das absolute Highlight des gesamten Iran für mich war. Eine Burg wie aus dem Bilderbuch, umschlossen von einer super erhaltenen Stadtmauer. Das und ein klasse Hotel haben Bam fuer mich zum Lieblingsort im Iran gemacht. War aber auch gleichzeitig der letzte Stop.
Die Landschaft im Iran war generell eher entäuschend auf den langen Busstrecken. Meist Wüste und karge Hügel. Ziemlich deprimierend. Die Leute waren zwar meist recht nett. Aber viel englisch wurde nicht gesprochen. Ausnahme waren junge Studenten, die ihr Englisch verbessern wollten, während sie dir Dinge in der Stadt zeigen. Für beide Seiten ein lohnendes "Geschäft".
Man trifft auch überall viele Traveller. Während man im Middle East ja noch quasi als Exot galt, wenn man in den Iran geht, verliert man dieses Gefuehl hier sehr schnell. Es ist ja geradezu banal, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist. Viele sind mit Motorrädern und Fahrrädern unterwegs und 2 Österreicher sogar mit einem Traktor (!).
Die ganzen Motorräder wecken in mir das Verlangen, sowas auch mal zu machen. Keine Abhängigkeit mehr von Bussen, kein Ärger mit Taxifahrern, einfach mehr Flexibilität. Das wärs. Viele kaufen sich in Indien eine alte "Enfield" und fahren sie nach Hause. Interessante Sache. Nur brauch ich da wohl noch etwas mehr Geld für. Mal Sehn...

Khomeini und Khameini haben einen hier überall hin verfolgt.




